Magdeburg l Nach dem harten Kampf war für Steven Monse der Moment der Zärtlichkeit gekommen. Denn als die Otto Baskets ihren Rundgang durch die Gieselerhalle absolvierten und mit den Fans den Sieg über Oldenburg bejubelten, wartete bereits Johanna, Monses Lebensgefährtin, um ihrem Schatz einen Glückwunsch-Kuss zu überbringen. Johanna gehört zu den treuesten Unterstützern der Magdeburger. "Sie ist immer dabei", bestätigte ihr Freund. In guten wie in schlechten Zeiten also. Am vergangenen Sonntag war es eine besonders gute Zeit. Die Ottos hatten mit dem 56:49 gegen die Baskets Akademie ihren neunten Sieg in der 2. Bundesliga Pro B gefeiert - und damit die Chance auf die Play-offs gewahrt.

Der selbstbewusste Monse ist im Leben sicher keiner, der in die Verteidigungsposition geht, aber auf dem Feld mit den Otto Baskets schreibt er in der Abwehr die Erfolgsformel. "Das ist seit Beginn der Saison so", sagte Trainer Dimitris Polychroniadis zwar. Trotzdem gab es vom Griechen am Sonntag ein Ex-tralob: "Das war eine sensationelle Leistung in der Defensive." Und noch eine Statistik war ausschlaggebend für den Sieg: Die Ottos gewannen 43 Rebounds, Oldenburg nur 28.

Es stellt sich die Frage: Woher nehmen die Baskets diese Kraft? Monse (25) gibt eine einfache Antwort: "Wir wollen die Play-offs erreichen." Fünf Spiele stehen für den Tabellenneunten in der Hauptrunde noch an, das nächste am Sonntag bei Druff! Baskets Braunschweig (18 Uhr). Und Polychroniadis wird jeden Tag bangen, keine weitere Hiobsbotschaft aus seinem Kader zu erhalten. Die Ausfälle von Eddie Johnson (Mittelfuß) und Phil Stachula (Kreuzbandriss) sind genug.

Deshalb muss man eigentlich den Hut vor den Baskets ziehen, wie sie die Partie gegen Oldenburg von einem 29:37 (24.) zum 50:41 (34.) gedreht haben - mit acht Akteuren. "Das sehe ich genauso", so Polychronadis. "Es ist eine schwierige Situation, aber durch die kleine Rotation ist auch jeder in der Lage, viel zu spielen."

Sein Power Forward Monse, der mit 144 Rebounds die team-interne Statistik anführt und der bislang 217 Punkte gesammelt hat, beklagt jedenfalls keinen Verschleiß: "Im Gegenteil, es geht allen ziemlich gut, und alle sind motiviert, das Ziel zu erreichen." Trotzdem ist gerade der Ausfall von Stachula "für uns ein sehr großer Verlust, sportlich wie menschlich. Er hat Ordnung und Ruhe in unser Spiel gebracht", so Monse. Um den Kapitän zu ersetzen, gibt es nur eine Lösung: "Jeder von uns muss eine Aufgabe mehr übernehmen." Wie gegen Oldenburg. Dann gibt es noch ein paar Küsse mehr in dieser Saison.