Nove Mesto | Für die Biathletin Franziska Hildebrand aus Köthen ist der Traum vom ersten Weltcup-Podest wahr geworden: In Nove Mesto fuhr sie auf Rang zwei im Sprint. Skeletoni Christopher Grotheer hat seinen Aufwärtstrend mit Platz fünf beim Weltcup in Innsbruck-Igls fortgesetzt. Die Bob-Anschieber des Mitteldeutschen SC kehren indes mit Rang drei im Walther-Vierer aus Österreich zurück.

Ihre Hoffnung lag auf einem Einzelrennen über 15 Kilometer, die Wahrheit lag im Sprint über die halbe Distanz: Franziska Hildebrand äußerte nach ihrem zweiten Rang am Sonnabend im Sprint von Nove Mesto (Tschechien) ihre Emotionen zunächst leise: "Ich freue mich einfach, dass es ist, wie es ist", sagte sie.

Umso lauter jubelte sie danach bei der Siegerehrung über das erste Podest im vierten Weltcup-Winter ihrer Karriere. Mit nur einer Sekunde Rückstand und ohne Fehlschuss war sie nach der ebenfalls fehlerfreien Siegerin Laura Dahlmeier (Partenkirchen) ins Ziel gekommen im 7,5-Kilometer-Sprint. Dahlmeier (21) feierte damit ebenso eine Premiere. Dabei hatte beiden die Pause am Wochenende zuvor gutgetan: "Nach drei Weltcup-Blöcken haben wir alle gemerkt, dass es Zeit wird, wieder Kraft zu tanken", meinte Hildebrand.

Am Sonntag, vor der Verfolgung, hinterließ Hildebrand ihren inzwischen mehr als 14.300 Fans auf ihrer Facebook-Seite noch einen Gruß: "Endlich hat es geklappt - Podest!!!" Um dann auch über die zehn Kilometer ein lange Zeit starkes Rennen zu bestreiten: Zur Hälfte lag sie im immer dichter werdenden Schneegestöber von Nove Mesto mit 26 Sekunden in Führung - und leistete sich im zweiten Stehendanschlag dann drei Fehler und fiel zurück auf Platz sechs.

Aber der bittere Moment sollte noch folgen: Der 27-Jährigen aus Köthen unterlief im letzten Anschlag ein "Crossfire": Sie schoss auf die falschen Scheiben, was ihr aber erst im Ziel mitgeteilt wurde. "Das kann man sich als Außenstehender nicht vorstellen, aber wenn man sich ein wenig falsch positioniert zur Scheibe, passiert sowas", erklärte Bundestrainer Gerald Hönig im ZDF.

Letztlich belegte sie beim Sieg von Daria Domrachewa (Weißrussland/4 Fehler) Platz 50. "Auf diese Erfahrung hätte ich gerne verzichtet", meinte Hildebrand lächelnd. Beste Deutsche waren eine erneut starke Dahlmeier als Dritte (3) und Vanessa Hinz (Schliersee/2) als Vierte.