Magdeburg l Zwei Diskuswurf-Wettkämpfe an einem Tag, zweimal Rang eins für seine Schützlinge: SCM-Trainer Armin Lemme konnte sich am vergangenen Sonnabend über eine maximale Erfolgsquote freuen. Zunächst holte Talent Henrik Janssen mit 58,11 Metern U-18-Gold beim Winterwurf im Rahmen der deutschen Jugendmeisterschaften in Neubrandenburg auf, am Abend folgte der Triumph von Martin Wierig beim Hallen-Istaf in Berlin (64,24 m).

"Das war ein rundum gelungener Tag, besser geht es nicht", war Lemme begeistert, zumal er von beiden Athleten auch noch mit einer Weite überrascht wurde, "die ich so nicht erwartet hatte", gestand der 59-jährige Coach, der sich mit beiden Athleten zwei Wochen in Kienbaum auf die "Zwischenprüfung" vorbereitet hatte. In Euphorie wollte Lemme dennoch nicht ausbrechen: "Das war ein guter Einstand, darauf lässt sich aufbauen. Wir müssen am Ball bleiben, auch in der Leichtathletik werden erst im Sommer die Schafe gezählt."

Während der WM-Vierte Wierig (27) in der internationalen Szene längst einen Namen hat, ist Henrik Janssen beim SCM ein relativ unbeschriebenes Blatt. Im Vorjahr noch Meisterschafts-Vierter, gelang dem 16 Jahre alten Rohdiamanten ein Quantensprung. Der Zwei-Meter-Hüne, der mit 14 Jahren das heimatliche Ostfriesland verließ, um bei Lemme in Magdeburg zu trainieren, steigerte seine Bestleistung in Neubrandenburg um fast drei Meter. Damit darf er schon jetzt für die U-18-WM Mitte Juli in Cali (Kolumbien) planen.

"Am Anfang bin ich etwas in den Wettkampf reingestolpert, dann habe ich aber doch noch die Kurve gekriegt", analysierte Janssen den Wettkampf. "Im Training bin ich schon häufiger in diesen Bereich gekommen, deswegen peile ich für den Sommer 62 Meter an. Die muss man bei der WM schon raushauen, wenn man auf dem Podest stehen will - und das habe ich mir fest vorgenommen."