Bei der Generalprobe für die Hallen-EM in Prag haben die deutschen Leichtathleten einige Ausrufezeichen gesetzt. Allen voran Kugelstoßer David Storl. Dagegen leistete sich Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe einen "Salto nullo". Silber gab es für SCM-Viertelmeiler Thomas Schneider.

Karlsruhe (SID/jb) l Für die beiden Hauptdarsteller hätten die Titelkämpfe in Karlsruhe nicht unterschiedlicher verlaufen können: Kugelstoß-Weltmeister David Storl fährt nach seinem starken Comeback mit überzeugenden 21,26 Metern als Goldfavorit zur Hallen-EM nach Prag, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe scheiterte dagegen dreimal an der Einstiegshöhe von 5,35 Metern und muss zu Hause bleiben.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband darf trotz des Wermutstropfens positiv zur EM Anfang März schauen. Und die Medaillenhoffnungen wie der deutsche 1500-m-Rekordhalter und Weltjahresbeste Homiyu Tesfaye zeigten sich in ansprechender Form. "Gold", antwortete der 21-jährige Titelträger dann auch selbstbewusst auf die Frage, was er sich für Prag vorgenommen habe. Auch Storl konnte Selbstvertrauen tanken:" "21 Meter sind jetzt aber nicht so schlecht", erklärte der 24-Jährige, der sich im vergangenen Herbst einer Knie-Operation unterzogen hatte, mit einem zufriedenen Lächeln.

Das mit Spannung erwartete 60-Meter-Finale der Männer gewann Vorjahressieger Christian Blum (Wattenscheid) in 6,57 Sekunden mit einer Hundertstel vor dem Berliner Lukas Jakubczyk. Der deutsche 100-Meter-Rekordhalter Julian Reus (Wattenscheid/6,61) wurde Dritter.

Den Endlauf über 60 Meter in Prag peilt auch Verena Sailer an. Die Mannheimerin gewann mit eingestellter Bestleistung von 7,12 Sekunden souverän ihren siebten Hallentitel. Auf eine EM-Medaille darf auch der Deutsche 3000-Meter-Meister Richard Ringer (Friedrichshafen) spekulieren. Er ist derzeit mit 7:46,18 Minuten der schnellste Europäer. Weitspringerin Sosthene Moguenara (Wattenscheid) liegt mit ihrer Saisonbestleistung von 6,86 Metern weltweit auf Platz drei.

Von den vier SCM-Startern in Karlsruhe ragte Thomas Schneider heraus. In 46,96 Sekunden langte es für den Viertelmeiler hinter Alexander Gladitz (Hannover/46,88) zu Silber. Schneider: "Als Athlet strebt man natürlich immer nach dem Bestmöglichen, was heute auch drin war." Da er Meisterschaften aber nur als Standortbestimmung mitgenommen habe, könne er durchaus positiv nach vorne schauen: "Wir sind auf einem guten Weg."

Janin Lindenberg wurde über 400 Meter Vierte (54,36 Sekunden), Matthias Lindner (60 m/6,93 Sekunden) und Oliver Vogel (400 m/49,58 Sekunden) kamen über den Vorlauf nicht hinaus.