Halberstadt l Das Regionalligateam des VfB Germania Halberstadt hat nach der neuerlichen Posse um den insolventen VFC Plauen zwar direkt mit einem Zähler mehr im Klassement von der NOFV-Entscheidung profitiert (Volksstimme berichtete), dennoch geht es für die Vorharzer im Duell der Tabellennachbarn am morgigen Sonntag (13.30 Uhr, Friedensstadion) gegen die TSG Neu-strelitz um nichts Geringeres als den Klassenerhalt.

Einer, der am Sonntag nicht dabei sei kann, ist Kapitän Philip Schubert. "Es war doof, beim Stand von 0:4 noch so ein Foul zu spielen", ärgert er sich extrem über seine fünfte Gelbe Karte, die er zuletzt im Derby beim FCM hinnehmen musste. "Wirklich saublöd, das sage ich klipp und klar. Bei allem Ärger über diese Niederlage, das Duell gegen den direkten Konkurrenten Neustrelitz ist für uns weitaus wichtiger. Da hätte ich schon sehr gern mitgeholfen."

Obwohl er gegen das Team seines Ex-Trainers Andreas Petersen nun nicht eingreifen kann, voll mit seiner Kapitänsrolle identifiziert, marschierte er im Training vorneweg und war einmal mehr der Motivator. Offenbar war das auch notwendig, denn so Schubert, "bei der Leidenschaft und Laufbereitschaft gab es Nachholbedarf". Denn: "Um zu bestehen, muss man nicht immer schön spielen. Sich zerreißen ist die Grundvoraussetzung und die wichtigste Tugend im Fußball." Entsprechend hat Trainer Henri Fuchs in dieser Woche Wert auf laufintensives Zweikampftraining gelegt.

Schubert will in der verbleibenden Zeit "das eine oder andere Prozent bei den Mitspielern herauskitzeln", indem er sie zur Seite nimmt, mit ihnen spricht, "im Spiel selbst müssen andere Führungsspieler in die Bresche springen". Der 27-Jährige verfolgt das Duell ab Anpfiff vom Sprecherturm, "da hat man den besten Überblick und kann auch mal fluchen, ohne dass es jeder hört".