Samswegen l Dienstreise in Vergangenheit und Zukunft. Der letzte Gruppenwettkampf in der Gewichtheber-Bundesliga-Saison 2014/15 führt den SSV Samswegen am morgigen Sonnabend (Beginn 18 Uhr/Sporthalle "Heiliger Grund") in die sächsische Porzellanstadt Meißen. Und während die sechs aktuellen Muskelmänner mit einem glatten Erfolg beim Aufsteiger, dem Athletikclub, Gruppenplatz zwei festmachen wollen, verbinden die Samsweger Trainer Günter Schliwka und Hartmut Stellmacher unvergessene Erinnerungen an die Meißener "Blechbüchse".

In dem markanten Konstrukt mit dem gewölbten Aluminiumdach ist seit 1971, allerdings mit Unterbrechungen, das "Turnier der Blauen Schwerter" zu Hause. Vizeweltmeister Schliwka, von Beginn an bis 1980 Stammgast der international renommierten Veranstaltung, brachte sogar 1977 als Zweiter und ein Jahr darauf als Dritter wertvolle Vasen aus Meißner Porzellan mit nach Hause. "Das waren meine besten Wettkampfjahre", erinnert sich der 59-Jährige, als der Samsweger mit dem Dresdener Peter Wenzel und seinem Frankfurter ASK-Kollegen Wolfgang Hübner im Mittelgewicht die zentnerschweren Lasten stemmte.

Doch das ist Geschichte. Morgen hat das Samsweger Bundesliga-Sextett nur ein Ziel: Beim Aufsteiger mit einem glatten 3:0-Sieg den zweiten Rang hinter dem Chemnitzer AC in der Bundesliga-Ostgruppe und damit verbunden die Halbfinale-Teilnahme abzusichern.

Schliwka, mit Stellmacher in Meißen Samsweger Delegationsleiter (Mannschaftsleiter Lutz Witzel und der Sportliche Leiter Wolfgang Weber sind aus privaten Gründen verhindert), strotzt vor Selbstbewusstsein: "Alles andere als ein 3:0 würde uns nicht helfen. Wir müssen und werden es schaffen."

Mit demselben Aufgebot wie zuletzt gegen Atlas Plauen peilen die Bördeheber zum zweiten Mal in der laufenden Saison 730 Punkte an. Der Bestwert der Sachsen beträgt 561 Zähler.

Eine feste Größe beim SSV Samswegen ist Nico Krüger. Zuletzt grippegeschwächt, traut Schliwka dem "Eigengewächs" diesmal mehr zu: "Nico hat bei einer Abnahme diese Woche 230 Kilo im Zweikampf geschafft. Das sah sehr gut aus. Er sollte in der Lage sein, in Meißen wieder mal die 100-Punkte-Marke zu knacken."