Winterberg l Mit einem fünften Platz bei der Skeleton-Weltmeisterschaft in Winterberg geht es für Christopher Grotheer jetzt in den Urlaub. Wohin genau hat er mit seiner Freundin Marie noch nicht entschieden. "Vielleicht für ein Wochenende nach Leipzig", sagte der 22-Jährige am Freitag nach dem letzten der vier WM-Wertungsläufe.

Das ist womöglich die entspannteste Reise nach einer Weltcuptour durch die halbe Welt über vier Monate. Ende März, so will es der Trainingsplan, steigt der Wernigeröder schon wieder in die Vorbereitung auf die neue Saison ein. Er hat einiges zu tun: "Ich muss am Start schneller werden", erklärte Grotheer. Zumindest hat sein Resultat von Winterberg ihm ein gutes Gefühl mitgegeben für die WM 2016 in Innsbruck-Igls (Österreich).

Sein Gefühl am Donnerstagabend hatte es auch sehr ehrlich mit ihm gemeint. Zur Hälfte des Wettbewerbs, nach zwei Läufen also, lag Grotheer auf Platz vier, nur 21 Hundertstelsekunden hinter Bronze. "Trotzdem wusste ich schon zu diesem Zeitpunkt, dass Rang drei nicht möglich sein wird", erklärte er. Er sollte Recht behalten: Jenen Rang belegte Tomass Dukurs (Lettland), sein Bruder Martins feierte indes seinen dritten WM-Titel.

Alexander Tretjakow (Russland) sicherte sich Silber. Die internationalen Hauptdarsteller der vergangenen Jahre dominierten auch in Winterberg die Konkurrenz. Und Grotheer fehlten letztlich 88 Hundertstelsekunden auf Edelmetall. "Das ist schon ein bisschen schade", meinte Grotheer zunächst.

Der dritte Lauf am Freitag war ausschlaggebend dafür, dass es nicht zu einem besseren Ergebnis reichte. Dort verlor er auf Bronze eine halbe Sekunde. "Ich habe bei der WM vor zwei Jahren gelernt, wie wichtig es ist, vier konstant starke Läufe runterzubringen." Vor zwei Jahren war er 16. in St. Moritz (Schweiz) geworden. Seitdem ist er der Spitze näher gekommen. Nur in diesem dritten Lauf "habe ich einen Fehler am Kreisel gemacht", berichtete Grotheer. Der Patzer hatte ihn enttäuscht, das verriet sein trauriger Blick, nachdem er vom Schlitten abgestiegen war.

Am Material habe es nicht gelegen, obwohl er eine völlig neue Kufe bei der WM nutzte. "Man sagt ja: Umso öfter man die Kufe schleift, umso schneller wird sie, also habe ich sie die ganze Woche bearbeitet", sagte er wieder lächelnd. Und meinte abschließend: "Ich bin mit Platz fünf sehr zufrieden."