Kontiolahti/Magdeburg l Im Einzelzimmer 303 des Kimmel-Hotels in Kontiolahti herrschte am Samstagabend eine große innere Zufriedenheit. "Alles andere wäre aufgrund der Bedingungen auch unverhältnismäßig", sagte Franziska Hildebrand der Volksstimme. Sie hatte den 7,5-Kilometer-Sprint der Biathlon-WM in der finnischen Ungemütlichkeit kurz zuvor auf Platz zehn beendet. Mit zwei Schießfehlern und 1:09,8 Minuten nach der Siegerin Marie Dorin Habert (Frankreich/1 Fehler) erreichte die 27-Jährige aus Köthen das Ziel. In der Verfolgung fuhr Hildebrand (2 Fehler) auf den sechsten Platz mit einer Minute Rückstand auf die erneute Siegerin Dorin Habert (3).

Zwei weitere der elf Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) konnten sich am Wochenende im Mannschaftshotel genauso in den Schlaf lächeln wie Hildebrand. Bei den Frauen tat dies Laura Dahlmeier (Partenkirchen), die sich erst im Sprint mit drei Fehlern und schnellster Laufzeit im Feld Rang vier sicherte und in der Verfolgung zu Silber fuhr. "Ich bin happy, das ist ein Traum", sagte die 21-Jährige. Bei den Männern tat dies Erik Lesser nach seinem fünften Platz im Sprint (10 km) und nach seinem perfekten und fehlerfreien Lauf zum Titel in der gestrigen Verfolgung (12,5 km). "Es hat vom ersten Meter an einfach alles gepasst", jubelte der 26-jährige Frankenhainer über seinen größten Karriereerfolg.

Glück hatten Lesser Co. am Sonntag vor allem mit dem Wetter, sowohl der Schnee als auch der Wind hatten eine Pause eingelegt. Noch am Sonnabend mussten alle Athleten mit heftgen Böen und Neuschnee kämpfen. Hildebrand hatte trotzdem die sechstschnellste Laufzeit im Sprint-Feld erzielt, und "mit zwei Fehlern bin ich noch gut durchgekommen", erklärte sie.

Bei der Verfolgung über zehn Kilometer war sie mit zwei Schießfehlern erneut die zweitbeste Deutsche im Feld. Hildebrand: "So lange ich einen Platz in der Top Ten erreiche, bin ich sehr zufrieden." Vor allem ist sie nun auf alle Bedingungen vorbereitet. Zu ihrem Einzelrennen an diesem Mittwoch soll es erst schneien, dann stürmen.