Magdeburg l Die Nachricht vom Rücktritt des Aufsichtsrates des BBC Magdeburg schlug zunächst ein wie eine Bombe, später taugte sie nicht mal mehr zur Knallerbse: Zumindest hat Alexander Kipf, der ehemalige Gremiumschef, am gestrigen Montag den negativen Beigeschmack dieser Meldung neutralisiert.

Ja, der Aufsichtsrat des verschuldeten Basketballclubs ist zurückgetreten. Aber anders als kritische Beobachter vermuten, geschah dies nicht im Zuge des derzeitigen Nachlizenzierungsverfahrens für die 2. Bundesliga Pro B, sondern bereits im Dezember. "Mit der wirtschaftlichen Situation des BBC hatte dies nichts zu tun", sagte Kipf. "Ich hatte das Amt ein halbes Jahr zuvor übernommen und einfach gemerkt, dass mir die Zeit dazu fehlt."

Deshalb oder aus gesundheitlichen Gründen wollten auch die Mitglieder Guido Nienhaus, Klaus Olbricht, René Monse und Dirk Bartens kürzertreten. "Wir haben unsere Posten für die nächste Mitgliederversammlung zur Verfügung gestellt", stellte der 49-jährige Unternehmer klar. Diese sollte im Januar stattfinden. "Die mussten wir verschieben, werden sie aber noch organisieren", sagte BBC-Vize Peter Bogel.

Derweil hat sich am finanziellen Engagement der Ex-Aufsichtsratsmitglieder nichts geändert. Kipf hatte nach der verkorksten Saison 2013/14 in der Pro A seine Hilfe sogar ausgeweitet. Mit 250 000 Euro Schulden war der Verein mit den Otto Baskets aus der Serie gegangen. "Natürlich ist das eine schwierige Situation, aber warum sollte der Profibasketball in Magdeburg keine Zukunft haben?", fragte Kipf.

Sicher ist sich Kipf, dass die Konsolidierung nun fünf Jahre dauern wird. Und sicher ist sich Kipf auch, dass das Profiteam aus dem Verein ausgegliedert und unter eigenem Dach wirtschaften muss. Das hatte der BBC bereits in dieser Saison mit einer Unternehmergesellschaft versucht, war aber gescheitert, weil sich die damit verbundenen "Festkosten nicht einspielen ließen", wie BBC-Präsident Kristian Tolk im Januar erklärte. "Ich bin mir trotzdem sicher, dass dieser Weg der richtige ist", sagte Kipf.

Die Frage nach der Zukunft wird zunächst der Gutachterausschuss der Bundesliga beantworten. Aufgrund seiner Zweifel an der Erfüllung von Lizenz-Auflagen durch den BBC war am 26. Februar ein Nachlizenzierungsverfahren eröffnet worden. Der BBC musste nun fehlende Unterlagen nachreichen, die Frist lief gestern, 23.59 Uhr, ab.

Bogel hat derweil mit dem derzeit verletzten Dreier-Spezialisten Chris Frazier über seine Zukunft beim BBC gesprochen. "Es war ein sehr gutes Gespräch", so Bogel. Über die sportliche Situation kann der Verein sowieso nicht klagen. Das Erreichen der Play-offs, so Kipf, "ist nach den vielen Ausfällen mehr, als wir uns vorstellen konnten".

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