Magdeburg l Im Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) brodelt es - schon seit Wochen. Im Land kursieren mindestens drei anonyme Briefe mit Anschuldigungen, Halbwahrheiten, Gerüchten und Diffamierungen, auf der Geschäftsstelle gab es mehrere Personalwechsel, angefangen mit der Ablösung von Geschäftsführer Klaus Decker. Die Ereignisse haben kürzlich den FSA-Vorstand - ihm gehören die zwölf Kreis- und zwei Stadtverbandspräsidenten an - auf den Plan gerufen. In einem Neun-Punkte-Katalog fordert der Vorstand vor allem ein besseres Personalmanagement.

Im Zentrum der Kritik steht Matthias Albrecht, 1. Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen. "Für die Kreispräsidenten ist das Vertrauen ... erschüttert, mehrheitlich nicht mehr gegeben", heißt es in dem Papier, das zehn der 14 Präsidenten am 27. Februar beschlossen haben. Für Präsident Erwin Bugar steht Albrecht trotz des Votums nicht zur Disposition: "Albrecht ist eine wichtige Stütze und engagierte Kraft. Er hat noch mein Vertrauen. Aber er muss seinen Arbeitsstil überdenken", sagte Bugar am Dienstag.

Vor allem die Art und Weise der Einstellung von Maik Tränkler wird Albrecht angelastet. Tränkler fungiert seit 1. Januar als Stellvertreter des neuen Geschäftsführers Steffen Dauter und soll die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geforderte Lizenzverwaltung umsetzen. "Bei der Einstellung haben wir uns von einem Zeitdruck leiten lassen, der sich als Trugschluss herausgestellt hat", räumte FSA-Präsident Erwin Bugar ein. Bei der Präsidumssitzung am kommenden Montag soll die Personalie wieder auf die Tagesordnung - denkbar ist derzeit auch eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ob die Stelle danach ausgeschrieben wird, sei unklar. "Wir werden auch prüfen, ob wir die geforderte Lizenzverwaltung personell im Hause abfangen können", erklärte Bugar. Auf der FSA-Geschäftsstelle sind zurzeit elf Mitarbeiter tätig.

Am Montag wird auch über die Berufung von Geschäftsführer Steffen Dauter erneut gesprochen. Dauter soll noch eine Nebenbeschäftigung als Geschäftsführer haben, über die der FSA-Vorstand und das Präsidium Auskunft verlangen. Die Neugestaltung der Arbeitsgruppe Personal und deren Aufgabenstellung sind zwei weitere Kernforderungen.

"Der Vorstand hat uns keinen Satzungsverstoß vorgeworfen. Trotzdem müssen wir die Vorstellungen des Vorstandes ernst nehmen und respektieren und dürfen uns nicht hinter Paragrafen verstecken", sagte Bugar. An Aufgeben denkt der im Oktober 2012 gewählte Präsident ohnehin nicht, "denn wir haben noch viele Projekte, die vor uns stehen." Auch Vize Albrecht will weitermachen: "Für meinen ruppigen Ton habe ich mich entschuldigt. Ich habe nach der Satzung gehandelt und bin mir keiner Schuld bewusst. Ich sehe keinen Grund, zurückzutreten", sagte Albrecht.