Kontiolahti/Magdeburg (dh) l Am Freitag gegen 15 Uhr hatte Franziska Hildebrand ihre letzte Nachricht per Facebook abgesetzt: "Ich bin aufgeregt", schrieb sie ihren mehr als 15 000 Fans im sozialen Netzwerk. Dreieinhalb Stunden später war sie mehr als glücklich: In der Frauen-Staffel mit Franziska Preuß (Haag), Vanessa Hinz (Schliersee) und Laura Dahlmeier (Partenkirchen) hat die 27-Jährige aus Köthen Gold bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Kontiolahti (Finnland) gewonnen. Ein Jahr nach dem enttäuschenden elften Rang bei den Olympischen Spielen in Sotschi (Russland) haben die Damen des Deutschen Skiverbandes (DSV) damit eine bemerkenswerte Rückkehr in die Weltspitze vollendet.

Bundestrainer Gerald Hönig freute sich mit Tränen in den Augen über seine neuen Goldmädchen: "Das ist die Krönung einer tollen Saison und ein Ergebnis, das man im vergangenen Herbst nicht erwartet hatte", sagte er in der ARD. In diese Kerbe schlug auch Preuß, die am Mittwoch ihren 21. Geburtstag feierte: "Dieses Ergebnis hatten uns die wenigsten zugetraut, das ist Wahnsinn."

Laura Dahlmeier, die - bereits mit Silber in der Verfolgung dekoriert - als Schlussläuferin ins Rennen gegangen war, brachte die Vorleistung ihre drei Teamgefährtinnen ohne Fehlschuss, stark in der Loipe sowie mit der deutschen Fahne souverän ins Ziel. 1:00,3 Minuten betrug der Vorsprung auf Frankreich. "Das ist jetzt ein total geiles Gefühl", jubelte die 22-Jährige. Auf Rang drei kam die Staffel Italiens.

Hildebrand, die schon bei Junioren-Weltmeisterschaften zweimal Staffel-Gold gewonnen hatte, übergab als Startläuferin nach zwei Nachladern im Stehendanschlag mit zwölf Sekunden Rückstand zur Spitze auf Preuß. "Zum Glück habe ich beide Nachlader sofort getroffen, da war ich wieder ganz beglückt", sagte sie. Preuß war über den Rückstand nicht böse: "Ich war nervös und deshalb ganz froh, dass ich nicht den Druck hatte, als Erste ins Rennen reinzugehen."

Trotz dreier Nachlader lief sie auf Rang drei vor, die nervenstarke Vanessa Hinz (22) nutzte gleich im Liegendanschlag die Patzer der Konkurrenz und fuhr an die Spitze, die Dahlmeier souverän verteidigte. "Ich bin völlig baff, ein Traum geht in Erfüllung", freute sich Hinz. Nicht nur für sie, auch für Hildebrand und Preuß war es die erste WM-Medaille in der Elite.