Samswegen l Viermal duellierten sich beide Vereine bisher - und immer trafen die Stemmer aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und die Bördeheber in Vorschlussrunden oder Finals um die deutsche Meisterschaft aufeinander. Nur einmal waren die Männer aus dem von der Internationalen Gewichtheber-Föderation (IWF) schriftlich attestierten "Stärksten Dorf der Welt" erfolgreich. Das war vor acht Jahren. Samswegen hatte 2007 als Ausrichter des Meisterschafts-Endkampfes mit heute sagenhaft anmutenden 977,2 Punkten seinen zweiten Titel nach 2006 gewonnen. Obrigheim hatte mit 960 Zählern Silber geholt.

Deutlich bescheidener fallen die Bundesliga-Resultate der Gegenwart aus. Während das Samsweger Sextett als Zweiter der Bundesliga-Ostgruppe am 7. März in Meißen seine Sasionbestleistung auf 743,2 Punkte steigerte, stehen für den Ersten der Westgruppe immerhin 885 Zähler zu Buche.

"Kleine Brötchen" wollen deshalb die Samsweger backen, auch wenn deren Sportlicher Leiter Wolfgang Weber von seinen Athleten eine erneute Steigerung erwartet. "750 Punkte sind das Minimum. 780 Punkte sind für uns drin, wenn wirklich einmal alles klappt", sagte der 56-Jährige und ergänzt: "Alles, was wir können, wollen wir zeigen. Vielleicht erwischen wir Obrigheim in einem günstigen Moment und schaffen zumindest im Heimwettkampf eine kleine Überraschung."

Obrigheims Spartenleiter Edmund Ehrmann, in Samswegen immer ein gern gesehener Gast, ist sich der Favoritenrolle seiner Heber bewusst und rechnet vor: "Ich erwarte ein klares Ergebnis. Unser Ziel heißt Finale, und ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen werden." Eine 15-köpfige Fan-Abordnung hat sich für den Wettkampf angesagt.

Ein alter Bekannter außer Gefecht gesetzt

Bei den Baden-Württembergern, im Vorjahr deutscher Vizemeister geworden, ragt Ivan Markov heraus. Der bulgarische Vizeweltmeister brillierte in dieser Saison stets mit Ergebnissen von 200 und mehr Punkten. Auch der nach längerer Verletzung wieder genesene Nico Müller, mit 165 Punkten registriert, ist mit dabei.

Ein alter Bekannter wird jedoch die Reise an seine ehemalige Wirkungsstätte nicht antreten: Jakob Neufeld. Der inzwischen 31-jährige Auswahlheber stemmte von 2006 bis 2009 für den SSV Samswegen die Gewichte, ist jedoch seit Wochen wegen einer Hüftverletzung außer Gefecht gesetzt.

Zwei neue Bestmarken hat Maik Spereiter, Präsident des Samsweger Gewichtheber-Fördervereins, für den Halbfinal-Hinkampf ausgegeben: "Ich rechne mit einem neuen Punkt-Bestwert und hoffe, dass erneut mehr als 300 Zuschauer unserer Mannschaft den Rücken stärken werden."

Der Halbfinal-Rückkampf wird erst am 25. April ausgetragen. In der fünfwöchigen Pause bis dahin finden die Gewichtheber-Europameisterschaften vom 9. bis 19. April in Tiblissi statt.