Berlin l Petra Tzschoppe, Vizepräsidentin für Breitensportentwicklung im Landessportbund (LSB) Sachsen-Anhalt und gleichzeitig seit Dezember 2014 Vizepräsidentin im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), hält ihr Abstimmungsverhalten über den deutschen Olympia-Bewerber 2024 nach einem Präsidiumsbeschluss geheim. Das sagte die Dozentin für Sportsoziologie an der Uni Leipzig der Zeitung "Neues Deutschland". Tzschoppe war am Montag eines von sieben Mitgliedern des DOSB-Präsidiums, das Hamburg ins Rennen um die Spiele 2024 geschickt hatte.

Tzschoppe begründete die Wahl Hamburgs vor allem mit einer überzeugenderen Konzeptidee im Vergleich zur Berliner Bewerbung und mit dem Votum der Sportfachverbände. "Während in Berlin Bestehendes genutzt werden sollte, es also mehr um Sanierung, Rekonstruktion und die Aufwertung von Sportstätten ging, bot Hamburg ein brachliegendes Gelände, das jetzt für die Stadtentwicklung aufgewertet werden soll. Natürlich ist das spekulativ, aber es war abzuwägen, mit welchem Konzept man glaubt, den Erwartungen des IOC bei der Umsetzung der ,Agenda 2020` am nächsten zu kommen", sagte Tzschoppe.

Die 55-Jährige hofft jetzt auf eine möglichst breite Unterstützung der Bewerbung Hamburgs. "Wir wissen, dass es nur gemeinsam funktioniert, insofern haben wir schon aus dem Scheitern der Leipziger Bewerbung gelernt", sagte Tzschoppe der "Leipziger Volkszeitung". Die Bewerbung der Messesadt für 2012 war 2004 mit Pauken und Trompeten gescheitert, auch weil in Deutschland der Rückhalt fehlte. Bei der offiziellen Proklamation von Hamburg als Bewerber am Sonnabend in Frankfurt/Main sei deshalb ein klares Votum nötig. "Dort wird es kein Ausscheren geben, das wäre der Anfang vom Ende", sagte Tzschoppe.