Nach der 9. Runde wurde es hektisch und unübersichtlich in Ihrer Ecke. Wer hat die Entscheidung, aufzugeben, getroffen - Sie, die Ärztin oder Ihr Schützling selbst?
Die Ärztin hatte sich den Cut an der Lippe angeschaut und gesagt, Robin könne weitermachen. Ich war völlig entsetzt, denn das wäre bei dieser Art von Verletzung unverantwortlich gewesen. Also habe ich gesagt, es ist Schluss. Ich muss meinen Boxer doch schützen.

Wann war Ihnen klar, in welche Richtung der Kampf geht?
Knackpunkt war die 2. Runde. Da habe ich gesehen, dass Robin zunächst klar trifft, dann aber zu viel will und dadurch von der vorgegebenen taktischen Linie abkommt und sich so Brähmers harte Konter einfängt. Von da an lief es in die falsche Richtung.

Befürchten Sie, dass es lange Zeit braucht, um diese bittere Niederlage zu verdauen?
Nein. Ich denke, Robin wird ein paar Tage verkriechen, die Wunden lecken und danach wieder rauskommen. Er ist mit 27 Jahren noch jung, seine Zeit wird noch kommen. Ich bin mir hundertprozentig sicher: Wenn er so weitermacht wie zuletzt und mit noch mehr Erfahrung, wird er sein Ziel erreichen.