Magdeburg l Franziska Hentke hat sich am vergangenen Sonntag noch einmal zurückgelehnt. Sie hat viel geschlafen und Wintersport geschaut. Es war einer der wenigen freien Tage für den "Schmetterling" des SC Magdeburg in der harten Vorbereitung auf den deutschen Meisterschaften vom 9. bis 12. April in Berlin. Am kommenden Wochenende bestreiten die SCM-Schwimmer dafür den letzten Test unter Wettkampfbedingungen. Für den 25. Gothaer Pokal in der heimischen Elbehalle von Freitag (ab 16 Uhr) bis Sonntag (ab 9 Uhr) haben insgesamt 39 Vereine 281 Athleten für 1633 Einzelstarts gemeldet. Für internationales Flair sorgen Kungsbacka SS (Schweden) und Zemyna SVM (Litauen).

Hentke hat in den vergangenen Wochen zunächst ihre Infekte, die sie Anfang des Jahres plagten, verloren und dann Selbstvertrauen gewonnen. Am vergangenen Sonnabend beim 15. Schwimmfest in Halle knackte sie die Norm für die Weltmeisterschaft in Kazan (Russland/25. Juli bis 9. August), sie gewann über 200 Meter Schmetterling in 2:10,63 Minuten, es war zugleich der Veranstaltungsrekord. "Sie ist völlig unspektakulär und schön durchgeschwommen", berichtete ihr Trainer Bernd Berkhahn. "Wichtig ist aber, dass ich die Norm auch bei den deutschen Meisterschaften schaffe", betonte Hentke, "nur darum geht es." Der siebte Langbahn-Titel über ihre Paradedisziplin wäre indes ein schöner Bonus.

Der einzige Starter aus der SCM-Spitzengruppe, der am Wochenende fremdgeht, ist derweil Rob Muffels. Berkhahn hat entschieden, den Fokus des 20-Jährigen voll aufs Freiwasser zu legen, Muffels wird deshalb auch bei den nationalen Titelkämpfen im Becken nicht starten. Nachdem der Europameisterschafts-Zweite von 2014 über die fünf Kilometer beim Weltcup in Abu Dhabi (Emirate) vor zehn Tagen noch wegen Trainingsrückstands passen musste, probt er am Sonnabend beim Crippen-Cup - benannt nach dem 2010 verstorbenen Freiwasser-Athleten Frances Crippen - in Fort Myers (USA) für den Ernstfall. Dieser heißt zunächst Cancun (Mexiko/2. Mai) und dann Balatonfüred (Ungarn/20. Juni), wo Muffels ums WM-Ticket über die zehn Kilometer kämpfen muss. "Rob ist in einer guten Verfassung, in Fort Myers kann er sich mit den stärksten Amerikanern messen", so Berkhahn.

Ansonsten ist in Magdeburg "die komplette Riege am Start", so der Coach, der seine Schützlinge nicht nur auf die Hauptstrecken, sondern auch auf Nebenstrecken ins Becken schickt. "Es geht um die Ausbelastung jedes Einzelnen, es ist ein trainingsübergreifender Wettbewerb." Als Qualifikation für die deutschen Meisterschaften zählt der Gothaer Pokal indes nicht: Meldeschluss für die Titelkämpfe ist bereits am Freitag.

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