Barleben l Vom "Spiel des Jahres" für den FSV Barleben möchte Mario Middendorf nicht unbedingt sprechen. Aber natürlich sei das Fußball-Landespokal-Viertelfinale am Sonnabend (14 Uhr, Sportplatz Am Anger) gegen den Drittligisten Hallescher FC etwas "ganz Besonderes", räumt der FSV-Trainer ein. Besonders, weil mit dem erhofften Halbfinal-Einzug ein Spiel gegen Pokal-Verteidiger 1. FC Magdeburg folgen würde. Und fast ein Dutzend Akteure des FSV hat beim großen Nachbarn gespielt - auch der Trainer. "Wir haben eine blau-weiße Vergangenheit, und das ist für viele eine große Motivation. Wir freuen uns auf das Spiel gegen den HFC", erklärt Middendorf.

Neben der großen Motivation und dem Willen zur Überraschung kann der FSV auch gegen den natürlich favorisierten HFC (zuletzt 3:2-Sieger bei Dynamo Dresden) eine ganze Menge sportliche Qualität in die Waagschale werfen. In der Verbandsliga steht der FSV nach 20 Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze und peilt den Aufstieg in die Oberliga an. "Wir haben uns in der Liga eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet", sagt Middendorf knapp. Die Vorbereitung laufe wie immer, berichtet der 36-Jährige. "Wir sind selbstbewusst und haben keinen Grund, etwas zu ändern."

Verzichten muss Middendorf gegen Halle auf seinen etatmäßigen Abwehrchef Peter Otte (Innenband Knie) und Phi-lipp Hennecke (Patellasehne). Knapp 700 Karten sind bereits verkauft, die Besucherzahl ist vom Landesverband auf 1000 begrenzt. "Bei uns muss in diesem Spiel alles passen, beim Gegner nichts. Vielleicht unterschätzt uns der HFC nach dem 3:2 in Dresden ein bisschen", hegt Middendorf zumindest leise die Hoffnung auf eine Pokal-Sensation. "Wir wollen das Spiel möglichst lange offen halten und erhobenen Hauptes vom Platz gehen." Und vielleicht gelingt tatsächlich die Überraschung und es gibt ein Déjà-vu. In der Vorsaison hieß das Landespokal-Halbfinale: FSV Barleben gegen 1. FC Magdeburg.