Magdeburg l Ein Mitarbeiter der Handball-Bundesliga hat für ein Interview auf der Verbandshomepage neulich einen Professor nach dem Sinn eines Trainerwechsels befragt. Und der Professor, der Daniel Memmert heißt und an der Sporthochschule Köln arbeitet, hat geantwortet: "Der Glaube der sportlichen Verantwortlichen an den finalen Impuls." In Lübbecke glauben die Verantwortlichen nun an den finalen Sead-Hasanefendic-Impuls im Kampf um den Klassenerhalt.

Hasanefendic hat in dieser Woche das Traineramt bei TuS übernommen, er ist Kroate mit großer Erfahrung. Seit den 1970er Jahren trainiert Hasanefendic nationale oder internationale Clubs oder auch Nationalmannschaften wie zuletzt Tunesien. "Ein harter Trainer, der das Team auf den richtigen Weg bringen kann", schätzt Steffen Stiebler, Sportchef des SC Magdeburg, Hasanefendic ein. "Aber in der jetzigen Situation sind wir der klare Favorit." Und zwar am Sonntag ab 17.15 Uhr in der Getec-Arena.

Hasanefendic, 66 Jahre, hat in einem fliegenden Wechsel vom 23. auf den 24. März Lübbeckes erfolglosen Coach Dirk Beuchler beerbt - mit einem Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz von zwei Punkten. Auf der TuS-Internetseite wurden seine ersten Schritte ins neue Amt dokumentiert, Hasanefendic ist sie in Vier-Augen-Gesprächen mit den Spielern gegangen. "Die Mannschaft muss wieder an sich glauben", wird er zitiert. Stiebler ist sich jedenfalls sicher: "Das wird keine Aufgabe, die wir im Vorbeigehen erledigen, wir erwarten eine sehr gefährliche Mannschaft."

6100 Zuschauer wollten bereits gestern diese Partie sehen. 1914 waren dabei, als der SC Magdeburg das Hinspiel am 15. November in Lübbecke mit 25:29 verlor. 6009 besuchen im Saisonsschnitt die Spiele der Magdeburger. "Die Zuschauer sind ein wichtiger Baustein dafür, dass es so gut läuft", sagt Stiebler mit Blick auf den ziemlich sicheren vierten Tabellenplatz mit acht Punkten Vorsprung auf den Fünften Frisch Auf Göppingen. Besser laufen als zuletzt beim 31:31 in Wetzlar soll es aber in der Abwehr. "Wir müssen ähnlich konzentriert in der Deckung arbeiten wie gegen Lemgo", so Stiebler - wie beim 36:24 im letzten Heimspiel also.

Für seinen Einsatz hat Andreas Rojewski auch in dieser Woche das Schwimmbecken in der Elbehalle durchpflügt, und der 29-Jährige hat einen guten Heilungsverlauf seines rechten Knies bestätigt. "Aber es steht noch ein Fragezeichen hinter seinem Einsatz", teilt Stiebler mit. Deshalb wird wieder der 19-jährige Alexander Saul zum Magdeburger Kader gehören, wenn TuS auf einen finalen Impuls durch seinen neuen Coach hofft, den der SCM regelmäßig von seinen Fans erhält.