Straubing l Die Zerbster Kegler vom SKV Rot-Weiß erfüllten sich am Wochenende einen Traum. Sie errangen nach 2010 zum zweiten Mal die Krone des Kegelsports, die Champions League. Für einen war es ein besonders emotionales Erlebnis. Torsten Reiser war das letzte Mal mit den Rot-Weißen auf internationaler Bühne unterwegs.

Der 37-Jährige, der seit zehn Jahren in den Diensten der Zerbster steht, mit ihnen kürzlich den zehnten deutschen Meistertitel feierte, war immer ein absoluter Leistungsträger, hatte Anteil an den großen Erfolgen auf nationaler und internationaler Bühne. Er war es auch, der als erster deutscher Kegler die 700er-Marke (704) knacken konnte.

Nur am Wochenende in Straubing erhielt er keinen Einsatz, hatte er sich doch gerade diesen Titel so sehr gewünscht. "Wenn ich nicht mit einem weinenden Auge dahinter sitzen würde und nicht spielen möchte, wäre ich fehl am Platz. Mein Ehrgeiz ist da und ich hätte gern gespielt, aber die anderen sind im Moment aufgrund meiner Verletzung ein Stück weiter als ich, und da ist es klar, dass ich sie voll unterstütze."

Dabei musste der zweifache Familienvater erst einmal die doch etwas überraschende Verabschiedungs-Zeremonie vor der Mannschaft am Samstag-Abend nach dem Einzug, die sein Vereinspräsident Lothar Müller vorbereitet hatte, emotional verarbeiten. Ein Plakat mit der Aufschrift "Danke für zehn tolle Jahre" und eine DVD mit bewegenden Bildern und Videoausschnitten wurden gemeinsam angeschaut. "Das war schon sehr bewegend", so Reiser, der vor dem Finale davon überzeugt war, dass "die Jungs es auch so schaffen".

Und er hatte recht behalten und ihm war die Erleichterung über den Gewinn dieses Titels anzusehen: "Ich bin einfach nur glücklich", waren seine Worte, nachdem der Sieg nach dem Krimi gegen Szeged feststand. "Ich werde das genießen und erst dann verraten, wohin meine Reise gehen wird", ließ er sich seinen neuen Verein noch nicht entlocken.