Henri Fuchs ist seit 100 Tagen beim Regionalligisten Germania Halberstadt angestellt. Zeit, um im Gespräch mit Volksstimme-Mitarbeiter Florian Bortfeldt eine erste Bilanz zu ziehen.

Volksstimme: Herr Fuchs, in den bisher sieben Spielen unter Ihrer Leitung gab es drei Siege und jeweils zwei Niederlagen und Remis. Wie ordnen Sie diese Bilanz ein?
Henri Fuchs:
Wir haben das auch innerhalb der Mannschaft bilanziert und sind zum Schluss gekommen, dass der Trend positiv ist. Das Wichtigste dabei ist, wir haben eine gewisse Konstanz in den Leistungen. Klar war eine vermeidbare Niederlage dabei oder das Remis in Bautzen, wo es zwei Punkte zu wenig gab. Wir müssen aber sachlich bleiben, denn auf der anderen Seite hätte man gegen Jena oder Neu-strelitz auch verlieren können. Ein Stück weit sind wir Trainer zufrieden, wenngleich ich das Wort Zufriedenheit nicht gern nutze, steht es doch auch für Stillstand. Kurzum: Unsere Arbeit fruchtet.

Wohin geht der Blick nach inzwischen 23 Spieltagen?
Man will als Sportler immer mehr. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten wir schon gern die 30-Punkte-Marke überschritten. Wir verlieren das Tabellenende nicht aus den Augen, richten den Blick vor den letzten Saisonpartien aber bewusst nach oben. Ein einstelliger Platz ist das Ziel.

An welche Umstände beim VfB Germania mussten Sie sich erst gewöhnen?
Für einen Regionalligisten herrschen hier sehr gute Bedingungen, da gibt es überhaupt kein Graues-Maus-Image. Neu war für mich, dass einige Akteure berufstätig sind. Davor ziehe ich den Hut, denn dies mit dem anderen Beruf Fußball zu kombinieren erfordert Aufwand und Disziplin. Das kannte ich so nicht. Fußballerisch habe ich das Team methodisch neu ausgerichtet. Grundlage für alles im Fußball ist die Physis, das sieht man auch im höherklassigen Fußball wie zum Beispiel zuletzt im DFB-Pokal Leverkusen. Die Spieler müssen diese Erkenntnis verinnerlichen. Hier hatten wir einen zäheren Ablauf erwartet, das Team hat aber Charakter bewiesen.

Können Sie sich eine Tätigkeit über den Sommer 2015 hinaus beim VfB vorstellen?
Absolut. Es macht Spaß mit dem Betreuerteam und dem Vorstand. Wichtig ist aber jetzt in erster Linie, dass wir eine gute Rückrunde spielen. Das Testspiel beim Verbandsligisten Oscherslebener SC hat Regionalligist VfB Germania Halberstadt am Donnerstagabend mit 1:0 (0:0) gewonnen. Torschütze war in der 79. Minute Nick Schmidt. Trainer Fuchs meinte hinterher: "Ergebnisse sind im Test zweitrangig."