Johanna Friedrich vom SCM hat bei den Deutschen Meisterschaft in Berlin Silber über 400 Meter Freistil gewonnen und zugleich in neuer Bestzeit die WM-Norm geknackt. Es war die dritte Medaille für Magdeburg bei den Titelkämpfen in Berlin.

Magdeburg l Anke Möhring hatte ganz sicher nicht damit gerechnet, dass ihr deutscher Rekord über die 400 Meter Freistil 26 Jahre halten würde. Nun beginnen die 4:05,84 Minuten der Magdeburgerin, aufgestellt am 17. August 1989 in Bonn, mit dem Ehrgeiz der heutigen Generation allmählich zu wackeln. "In ein, zwei Jahren wird der Rekord fallen", sagte Johanna Friedrich vom SCM am Freitagabend im Berliner Europasportpark. Und richtete ihren Zeigefinger selbstbewusst auf sich selbst.

Bei den 127. Deutschen Meisterschaften war sie der alten Marke selbst ein Stück näher gekommen - wie auch der Weltmeisterschaft in Kasan (Russland/24. Juli bis 9. August). In 4:09,54 Minuten kraulte die 20-Jährige zur Bestzeit, zu Silber und zur WM-Norm, die sie in den nächsten drei Monaten noch einmal bestätigen muss. "Ich habe mich in den vergangenen Jahren nach Deutschen Meisterschaften immer wieder ausgeruht, jetzt muss ich weiterackern, ich will zur WM", sagte sie ziemlich glücklich. Das Finale gewann Sarah Köhler (Frankfurt/Main) in 4:07,00 Minuten.

Alle aus der SCM-Trainingsgruppe hatten Friedrich nach dem starken Finale geherzt, sie selbst war "zwar sehr zufrieden, aber ich hatte eigentlich mit einer 4:08 geliebäugelt", erklärte sie. Aber "die Wenden", meinte sie zu jenem Element, hätten besser laufen müssen. Und deshalb "gibt es noch viel zu tun". Auch bei diesen Meisterschaften, bei denen sie am Sonntag über die 200 Meter Freistil erneut um die WM-Norm kämpft.

Um die Norm für die Jugend-Europaspiele, die im Juni in Baku (Aserbaidschan) ausgetragen werden, wird heute Laura Kelsch kämpfen - über 100 Meter Brust. Über die halbe Distanz belegte die 15-Jährige gestern in 32,57 Sekunden und beim Sieg von Laura Simon (Mainz/31,43) Platz zehn. Von den SCM-Männern erzielte Poul Zellmann als Elfter über 400 Meter Freistil das beste Ergebnis. Seine 3:51,77 Minuten im B-Finale hätten im A-Endlauf zu Rang fünf gereicht.

Auf ihren zweiten Endlauf in Berlin verzichtete indes Franziska Hentke. Trotz der achtschnellsten Vorlaufzeit über 50 Meter Schmetterling meldete Coach Bernd Berkhahn seinen Schützling für das Finale ab. "Gerade die Schmetterling-Strecke war bei den 400 Meter Lagen nicht ganz optimal. Deshalb wollten wir im Training ein paar Dinge optimieren", sagte die 25-Jährige. Hentke war am Donnerstag Meisterin mit WM-Norm über die Lagen-Distanz geworden. Dabei hatte sie die alte Bestzeit um 1,41 Sekunden unterboten. Das hatte auch Henning Lambertz gefreut. "Wenn sie diese Steigerung noch auf 200 Meter Schmetterling potenzieren kann, wäre das überragend", meinte der Bundestrainer, der bislang 17 Normerfüller zählt. Hentke will heute auf ihrer Paradestrecke auch ihre zweite WM-Norm knacken.