Magdeburg/Tangermünde l Na,wie läuft`s denn so? Diese simple Frage zu beantworten, fällt Langstreckenläufer Frank Schauer vor seinem Start am Sonnabend beim Elbdeich-Marathon in Tangermünde ungewohnt schwer. Doch kein Wunder, der 25-Jährige hat gerade erst ein "Experiment" hinter sich: Das erste Mal in seiner Läufer-Karriere hat der Altmärker ein Höhentrainingslager absolviert - "eine Tortur der besonderen Art", wie Schauer berichten kann.

Zwar hat die Akklimatisierung nach der Rückkehr am Osterwochenende bereits eingesetzt, aber vom Kopf her wisse er noch nicht so richtig, was er von der ganzen Sache halten soll "und was am Sonntag über die zehn Kilometer geht. An sich hatte ich mir ja vorgenommen, meinen Streckenrekord vom Vorjahr zu unterbieten (31:36 Minuten/d. Red.) - aber ob das klappt? Keine Ahnung", fühlt sich der Altmärker nach dem Betreten des Neulandes recht unsicher. Eines weiß er jedoch sicher: "Frisch fühlt sich jedenfalls anders an. Aber das kann auch daran liegen, dass ich die beschwerliche Rückreise von über 24 Stunden und das knüppelharte Training noch nicht ganz verdaut habe."

Drei Wochen hat sich Schauer in Kenia, genauer gesagt im 2400 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Läuferparadies Iden, buchstäblich die Haxen abgelaufen. Die Kosten von rund 2000 Euro haben seine Sponsoren (Avacon, Elektro-Schubert Tangerhütte) übernommen. Dafür habe er sich auch ordentlich reingehängt: "Ich bin in den drei Wochen auf über 600 Kilometer gekommen, das war echt hart. Anfangs habe ich gepumpt wie ein Maikäfer - und das alleine schon beim Treppensteigen. Und dass die Gegend so hügelig ist, hat mich auch überrascht und ziemlich reingehauen", gesteht der deutsche Marathonmeister von 2013, sich zumindest in der ersten Woche ein wenig schwergetan zu haben.

Ganz im Gegensatz zu den einheimischen Läufern, mit denen er frühmorgens ein paarmal mitgelaufen sei: "Tagtäglich um 6.20 Uhr, noch bevor die Sonne aufging, startet eine Riesengruppe mit 60 bis 100 Kenianern die erste Laufeinheit. Wie die den roten Staub aufgewirbelt haben, das war schon ein faszinierender Anblick. Und ein Tempo hatten die drauf", war Schauer beeindruckt. Seine Hoffnung ist, dass er selbst schon bald auf der Höhe ist. In vier Wochen geht es ans Eingemachte. Dann steht für das Aushängeschild seines neuen Vereins "Elbdeich Marathon e.V." beim Hamburg-Marathon die große Nagelprobe an. Und spätestens dann will Frank Schauer sagen: "Gut läuft`s!"