Oschersleben l Zum 15. Mal macht in diesem Jahr die DTM in der Motorsport Arena Oschersleben (11. bis 13. September) Station. Seit der Premiere im Jahr 2000 - damals noch mit einem Opel-Sieg - ist die DTM der Zuschauermagnet und das Aushängeschild in der Börde. "Durch die DTM werden wir auch international als Rennstrecke wahrgenommen", sagt Thomas Voss, Geschäftsführer der Rennstrecke. Mehrere Zehntausend Zuschauer pilgerten in der Vergangenheit regelmäßig in die Arena, der Vertrag läuft bis 2016. Seit 2012 ist der Zuspruch aber rückläufig. Im Vorjahr kamen beim Termin im Frühjahr 65 000 Besucher auf die Strecke.

Einen Schub bei den Besucherzahlen könnte das neue Reglement bringen, das die DTM am Montag zum Auftakt von viertägigen Testfahrten in Oschersleben vorstellte. "Wir wollen Kampf auf der Rennstrecke und keinen Kampf der Ingenieure", fasste Hans-Werner Aufrecht, Chef des DTM-Rechtevermarkters ITR, die neuen Regelungen zusammen.

Kern der Neuerungen ist eine Verdoppelung der Rennen. An jedem der neun Wochenenden wird nun sonnabends und sonntags um Punkte gekämpft. Ein angepasster Qualifying-Modus und der Wegfall der sogenannten Options-Reifen sind weitere Kernpunkte. "Die letzten Jahre waren einfach zu kompliziert. Unsere Fans haben Rennaction vermisst. Die Schritte werden der DTM helfen", sagt Audi-Pilot Timo Scheider, DTM-Meister der Jahre 2008 und 2009. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", ergänzt Mercedes-Fahrer Christian Vietoris.

Vor allem stagnierende und rückläufige Besucherzahlen haben die DTM alarmiert. "Wir hatten fünf bis sechs Prozent weniger Zuschauer an der Strecke. Dazu waren die Einschaltquoten rückläufig, obwohl wir nach wie vor die stabilste Rennserie sind", erklärte Aufrecht. Umfragen unter Fans hätten ebenfalls Handlungsbedarf gezeigt. "Aber ein Reglement zukunftsfähig zu machen, geht nur, wenn die Hersteller die Kraft aufbringen, auf Vorteile zu verzichten", erklärte Aufrecht weiter. Das ist gelungen, neue Elemente im Rahmenprogramm sollen ebenfalls helfen. Am Lausitzring stehen auch Motorradrennen im Programm. "Der Event ist genauso wichtig wie der Sport", sagt Aufrecht.

Sportlich wird das erste Wochenende Anfang Mai in Hockenheim erste Aufschlüsse bringen - über die Kräfteverhältnisse im Fahrerfeld und ob die Änderungen greifen. "Es geht jetzt nicht mehr ums Taktieren", zeigte sich BMW-Motorsportchef Jens Marquardt stellvertretend auch für Audi und Mercedes zuversichtlich über den eingeschlagenen Weg. Arena-Chef Thomas Voss war indes etwas weniger euphorisch. Für ihn ist vor allem wichtig, dass das DTM-Rennen in der Börde wieder am alten Termin stattfindet. "Ich bin froh, dass wir im September dran sind", so Voss. Und die ersten Vorverkaufszahlen scheinen seine Erleichterung zu unterstützen.