Dortmund (dpa) l In einem der wohl schwierigsten Momente seiner Laufbahn bewahrte Jürgen Klopp die Contenance. Neben seinen Weggefährten Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc sitzend, die den Tränen nahe waren, schenkte sich der Trainer einen Kaffee in die schwarz-gelbe Tasse ein, ehe es höchst emotional wurde. Seit Mittwoch ist klar: Die gemeinsame Erfolgsgeschichte bei Borussia Dortmund geht am 30. Juni vorzeitig zu Ende, Klopp macht den Weg in die Zukunft frei. Er hatte einen Vertrag bis 2018 beim Bundesligisten.

"Ich habe festgestellt, dass ich die Frage, ob ich noch der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, nicht mehr eindeutig mit ja beantworten konnte" - und weil sich der Trend in Klopp immer intensiver offenbarte, vollzogen er, BVB-Chef Watzke und Sportdirektor Zorc die Verkündigung schon jetzt.

"Man ist Profi und muss so eine Entscheidung treffen", sagte Klopp. Wie der Verein hinsichtlich seines Nachfolgers: Im Gespräch ist Thomas Tuchel als einstiger Klopp-Nachfolger bei Mainz 05, Stellung moch gestern niemand zu der Personalie nehmen. "Sicherheit vor Schnelligkeit", meinte Watzke lediglich.

Eines betonte Klopp nach der "absolut richtigen Entscheidung" mit Nachdruck: "Es ist nicht so, dass ich müde wäre." Und es gebe auch "keine Probleme mit der Mannschaft", sondern nur ein gemeinsames finales Ziel: "Noch einmal auf dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren." Dort, in der traditionellen Heimat der BVB-Familie, feierten Klopp und Co. die deutschen Meisterschaften 2011 und 2012 sowie den Pokalsieg (2012). Gemeinsam standen sie 2013 zudem im Königsklassen-Endspiel, das gegen Bayern München 1:2 verloren ging.

"Wir wollen die Saison so überragend wie möglich zu Ende bringen", meinte Klopp, der mit dem BVB im Halbfinale des DFB-Pokals beim langjährigen Rivalen Bayern steht, in der Liga als Tabellenzehnter aber nur vage Chancen auf einen Europa-League-Platz hat. Zorc: "Es wäre eine enorme Leistung, noch in die europäischen Ränge zu gelangen."