Halberstadt l "Diese Reaktion war zu erwarten", verkündete Halberstadts Sportchef Stephan Grabinski schon in der Pause. Da führte der VfB Germania beim SV Babelsberg mit 2:1. Offenbar hatte Trainer Henri Fuchs die Mannschaft so gut vorbereitet, dass alle zu 100 Prozent von einem Sieg überzeugt waren. Dass es am Ende ein 5:1 wurde und damit der höchste Saisonsieg überhaupt, davon konnte aber auch der Optimistischste beim VfB nicht ausgehen.

Freitagabendspiele in Potsdam liegen den Vorharzern offensichtlich. Schon das erste Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams im August 2013 hatte Halberstadt mit 4:2 in der Filmstadt für sich entschieden. Kapitän Philip Schubert hatte seine Elf vor dem Anpfiff daran erinnert und so den Nerv getroffen. Am Ende durfte auch der Kapitän beim Treffer zum 1:3 selbst ein Tor bejubeln:

Überragender Akteur bei der "Germania-Gala" war allerdings Telmo Teixeira. Der 27-Jährige war an allen fünf Treffern direkt beteiligt, schnürte zudem seinen zweiten Doppelpack der Saison. Mit jetzt elf Treffern ist er mit Abstand Halberstadts bester Torschütze. "Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns", fasste er zusammen, "wir waren perfekt vorbereitet. Nachdem wir zweimal unglücklich auf den Sack gekriegt haben, freut mich dieser Sieg in erster Linie für die Mannschaft."

Zu einem ersten Kurzeinsatz nach neun Wochen Verletzungspause kam Ivan Ristovski. Gleich mit seiner ersten Aktion, im SV-Strafraum foulte ihn Kapitän Christian Schönwälder, leitete er das zwischenzeitliche 1:3 ein. Der 24-Jährige freute sich über drei Punkte, viel mehr aber wohl über sein Comeback. "Es war schön, nach dieser Tortur mal wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Wir haben guten Fußball gezeigt, im Grunde wie in den Spielen zuvor, jetzt aber alle Chancen effektiv genutzt. Flutlicht, Freitagabend, tolles Wetter und ein Sieg - ein vollkommen gelungener Abend."

Henri Fuchs wollte nicht von einer "Reaktion" sprechen, "vielleicht von einer Reaktion, Spiele gewinnen zu können, denn spielerisch war auch in den anderen Partien vieles gut. Diesmal sind wir nicht blind draufgelaufen und haben zu 90 Prozent das umgesetzt, was in der Woche trainiert wurde."

Deutlich ungemütlicher war die Stimmung beim Gastgeber. Trainer Cem Efe: "Ich kann mich nur im Namen der Mannschaft bei allen entschuldigen."