Von Janette Beck

Magdeburg/Nassau l Licht und Schatten hielten sich im deutschen Lager bei den Staffel-Weltmeisterschaften auf den Bahamas die Waage. Das stark ersatzgeschwächte 4x100-Meter-Quartett holte bei den inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaften in Nassau als Achter immerhin das Ticket für die Olympischen Spiele 2016 in Rio. "Puh, irgendwie zu Olympia gemogelt!!!", kommentierte Sven Knipphals hinterher das Happy End via Facebook. Die Frauen liefen in der 4x200-Meter-Staffel überraschend zu Bronze. Für die Magdeburger Thomas Schneider und Eric Krüger gab es indes einen herben Dämpfer. Sie müssen nach dem verpassten A-Finale über 4x400 Meter ernsthaft um ihren Startplatz in Rio bangen.

In Nassau jedenfalls verpassten Krüger, Schneider sowie die beiden Münchner Kamghe Gaba und Johannes Trefz das Olympia-Ticket nach Rang 15 in 3:06,20 Minuten deutlich. Auch hier hätte für Rio das Finale hergemusst, für den Einzug hätten am Samstag 3:03,28 Minuten gereicht. Zum Vergleich: Bei der EM 2012 war das DLV-Quartett mit den beiden SCM-Viertelmeilern fünfeinhalb Sekunden schneller und hatte in 3:01,77 Minuten Bronze gewonnen.

Die Magdeburgerin Janin Lindenberg kam mit der Medley-Staffel (1200-400-800-1600 m) hinter den siegreichen USA (10:36,50) in 11:06,144 Minuten auf Rang fünf ein.

Knapp vier Monate vor der Leichtathletik-WM in Moskau musste Weltrekordler Usain Bolt in Nassau eine überraschende Niederlage hinnehmen. Der Superstar kam mit dem jamaikanischen Quartett über 4x100 Meter in 37,68 Sekunden nur als Zweiter hinter den USA (37,38 Sekunden) ins Ziel. "Ich habe nicht zum ersten Mal verloren. Ohnehin zählt nur die WM. So what?", bemühte sich Bolt nach der saftigen Pleite gegen seinen Erzrivalen Justin Gatlin um Lockerheit.