Samswegen l Mit dem "kleinen Finale" um Platz drei geht für das Gewichtheber-Team des SSV Samswegen am Sonnabend eine lange Bundesliga-Saison zuende. Ab 17 Uhr gilt es für das Sextett um den Sportlichen Leiter Wolfgang Weber, im Haus des Gastes Reichenbrand beim Chemnitzer AC Farbe zu bekennen.

Kein leichtes Unterfangen, bringen doch die Bördestemmer aus ihrem verlorenen Halbfinale in Obrigheim ganze 673,6 Punkte mit. Die Sachsen als amtierender deutscher Meister unterlagen in der Vorschlussrunde beim AV Speyer 749,6:862,9 - allerdings war der Chemnitzer Toni Weber an seiner Anfangslast von 155 Kilo im Stoßen dreimal gescheitert, so dass er fest eingeplante 66 Zähler nicht in die Wertung brachte. Samswegen ist also gewarnt. Chemnitz ist in der Lage zu mehr als 800 Punkten.

Die Heber aus dem Stärksten Dorf der Welt, die seit ihrer Bronzemedaille 2008 erstmals wieder die Bundesliga-Gruppenphase überstanden haben, reisen ohne Illusionen ins Sächsische. "Wir sind der klare Außenseiter, freuen uns trotzdem auf diesen Wettkampf", so Wolfgang Weber, der das faire Chemnitzer Publikum und die angenehme Atmosphäre am westlichen Stadtrand von Chemnitz aus zahlreichen Duellen zu schätzen weiß.

SSV-Trainer Günter Schliwka erinnert an den "guten Wettkampf in Obrigheim, an den wir anknüpfen wollen". 675 Punkte sind die Marke, die es in Chemnitz zu erreichen gelte. Mehr, darin sind sich alle Beobachter einig, ist ohne den kürzlich am Knie operierten Polen Tomasz Zielinski nicht drin.

Weber hatte noch am Mittwoch mit dessen Betreuer telefoniert und berichtete: "Die Heilung verläuft sehr gut. Tomasz wird uns aber leider erst zur neuen Saison wieder zur Verfügung stehen." Sein Vertrag sei, wie bei den Samswegern üblich, "per Handschlag verlängert" worden. Allerdings, meinte Weber mit einem Lächeln, ist der für Chemnitz hebende Zielinski-Bruder Adrian, seines Zeichens Olympiasieger, kerngesund ...

Über helle Vorfreude berichtet auch der vor fünf Jahren aus Chemnitz nach Samswegen gewechselte und jetzt als Headcoach in einer Nürnberger CrossFit-Box arbeitende Markus Krümmer: "Ich habe zwar keinen direkten Kontakt mehr nach Chemnitz, besuche meine Eltern nur drei- bis viermal pro Jahr. Aber ich treffe mich mit vielen alten Trainingskameraden und meiner Familie."