Hamburg l Das Final Four in Hamburg war irgendwie auch das Final Four der Außen: Es war die 22. Minute des Halbfinales des SCM gegen die Füchse Berlin. Die sehr gut gestarteten Magdeburger hatten ihre 8:5-Führung durch einen 7:1-Lauf der Berliner eingebüßt.

Es stand also nicht nur 9:12, sondern Robert Weber auch noch auf dem Fuß von Füchse-Kreisspieler Evgeni Pevnov. "Ich bin mit dem rechten Fuß umgeknickt, es hat kurz geknackt, danach musste ich erst mal raus", schilderte der vom Feld humpelnde Flügelflitzer die Schrecksekunde.

Musche ohne glückliches Händchen

Den Fans und den Mitspielern blieb das Handballherz kurz stehen: Bloß nicht, dass ausgerechnet der Torjäger vom Dienst ausfällt. Nur Trainer Geir Sveinsson, der Andreas Rojewski auf Rechtsaußen aufs Feld schickte, blieb ruhig: "Ich habe Robert kurz gefragt: Geht\\\'s weiter? Und er hat genickt. Also musste ich mir keine Sorgen machen."

Allerdings fehlte Weber, zuvor bereits mehrfach von Außen gescheitert, auch nach der kurzen Behandlung das Zielwasser. "Durch die Schmerzen konnte ich nicht richtig abspringen, und das ganze System gerät aus dem Gleichgewicht", erklärt er die Verunsicherung.

Die kam zur Unzeit, denn natürlich hatte Weber mitbekommen, dass die Flügelzange nicht wie gewohnt zugeschnappt hatte, denn auch Matthias Musche ("Ich hatte nicht meinen besten Tag.") hatte kein glückliches Händchen, blieb am Ende torlos. "Aber das Gute am Mannschaftssport ist, solange die anderen treffen und das Manko ausbügeln, ist doch alles gut!", meinte der Linksaußen mit Blick auf Yves Grafenhorst (vier Treffer) und die im Halbfinale über sich hinauswachsenden Fabian van Olphen (4), Marko Bezjak (5) und Jure Natek (5).

Weber mit Traumtor für SC Magdeburg

Im Finale wurden die Karten neu gemischt. Und die Dramaturgie wollte es so, dass erneut die Außen im Fokus standen. Über Nacht hatte Weber alles getan und den Fuß gekühlt, um fit zu werden. Der Linkshänder biss auf die Zähne, gab sogar mit einem "Traumtor" den Startschuss zur Aufholjagd, als er nach Ballklau den Ball blickig übers Feld ins leere SG-Tor zum 2:5 warf (13.).

Riesenschock dann, als sich Yves Grafenhorst die Schulter bei einem Zweikampf auskugelte und raus musste. Alles wäre, wenn überhaupt, irgendwie noch verschmerzbar gewesen, wenn Weber im entscheidenden Siebenmeterwerfen getroffen hätte.