Magdeburg l Am 11. Juli stehen sich in der Magdeburger Getec-Arena Titelverteidiger Ruslan Chagaev (36/Usbekistan) und Francesco Pianeta (30) aus dem Magdeburger SES-Boxstall im WM-Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht nach Version der WBA gegenüber. Am Dienstag trafen sich beide Boxer erstmals im Kunstmuseum Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Volksstimme-Redakteur Thomas Juschus sprach mit Herausforderer Pianeta.

Francesco Pianeta, Sie haben seit März die deutsche Staatsbürgerschaft. Darf man gratulieren?
Pianeta:
Ja, die deutsche Staatsbürgerschaft war für mich ein Herzenswunsch und macht mich sehr stolz. Ich bin hier aufgewachsen, lebe und arbeite hier.

Sie haben trotzdem auch Ihren italienischen Pass behalten. Was steckt mehr im Boxer Francesco Pianeta: deutsche Gründlichkeit oder italienisches Heißblut?
Ich denke, ich habe von beiden Mentalitäten etwas. Natürlich darf mir im Ring nicht das Temperament durchgehen, ist auch Kopf- und deutsche Wertarbeit gefragt.

Ruslan Chagaev und Sie haben beide schon gegen Wladimir Klitschko um die WM geboxt, Sie haben beide verloren, Chagaev aber etwas länger durchgehalten. Spielt so ein Quervergleich eine Rolle?
Nein. Das ist Vergangenheit, abgehakt. Ich denke, das sieht Ruslan genauso.

Nach der Klitschko-Niederlage fühlten Sie sich tief "in der Seele" getroffen. Das ist zwei Jahre her. Wie geht es Ihnen jetzt?
Mir geht es wieder gut, die Pause danach hat mir gutgetan. Ich freue mich jetzt auf den Kampf gegen Ruslan und bin bereit, Geschichte zu schreiben: Ich will der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling werden, und ich will den ersten Schwergewichts-WM-Titel für SES holen.

Wie laufen die nächsten Wochen für Sie?
Ich werde jetzt in Magdeburg und München fleißig trainieren, im Juni beginnt dann das Sparring.

Ist der WM-Kampf eigentlich eine WM zweiter Klasse, weil Klitschko bei der WBA als Superchampion noch über dem Weltmeister geführt wird?
Nein, das würde ich nicht sagen. Für mich ist das eine WM.