Halle (dpa) l "Ein sportlicher Erfolg im DFB-Pokal wäre eine Sensation, und Sensationen kann man nicht planen." Michael Schädlich, Präsident des Halleschen FC, gab sich nach dem 6:0-Sieg im Landespokalfinale gegen den VfL Halle 1896 ganz nüchtern. Die 140 000 Euro Antrittsprämie, die sich sein Club mit der Teilnahmeberechtigung für den DFB-Pokal gesichert hat, könnte zumindest zum Teil auch dazu genutzt werden, den Kader zu verstärken. "Wir sind in Verhandlungen mit Spielern, die wir in Halle halten oder nach Halle holen möchten", ließ er sich am Mittwoch entlocken. Mehr aber nicht.

Dennoch wurde nach dem Pokalsieg deutlich, dass sich der HFC auf den DFB-Pokal freut. Wird dem Tabellensiebten der 3. Liga bereits in der ersten Runde ein attraktiver Gegner aus den höherklassigen Ligen zugelost, kommen Einnahmen aus den Eintrittsgeldern noch einmal zu den 140 000 Euro hinzu. Teams wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund würden an der Saale in jedem Fall für ein volles Haus sorgen.

"Wir nehmen es, wie es kommt", erklärte HFC-Trainer Sven Köhler. Einen Wunschgegner habe er nicht, wichtig sei es, auf jeden Fall die erste Runde zu überstehen. Zugleich verwies er auf Teams wie Dynamo Dresden, Arminia Bielefeld und auch den 1. FC Magdeburg, die sich im Pokal gegen höherklassige Vereine durchsetzen konnten. "Da hat man gesehen, dass alles möglich ist und das wollen wir versuchen zu bestätigen."

Köhler bescheinigte seiner Mannschaft, phasenweise richtig guten Fußball gespielt zu haben. Als Favorit gegen den Oberligisten aufs Feld gegangen, habe sein Team das Spiel sehr ernst genommen, schließlich aber dem Druck standgehalten. Das frühe 1:0 in der vierten Minute durch Florian Brügmann "hat uns dabei in die Karten gespielt." Für seinen HFC sei das Match vor 12 855 Zuschauern "ein gelungener Abend" gewesen.