Speichersdorf (sza) l Nach dem klaren Auftaktsieg gegen Slowenien konnten die deutschen Kegelherren im zweiten Vorrundenspiel bei der Weltmeisterschaft in Speichersdorf gegen Serbien nicht ihr Leistungspotenzial abrufen und verloren 2:6 (3790:3862).

Die deutschen Herren um Nationaltrainer Oliver Scholler wollten unbedingt gewinnen, um sicher im Viertelfinale zu stehen. Doch gestern war zu viel Unkonstanz in der Mannschaft, die zu einem Großteil aus Spielern aus Zerbst besteht. Zwar holte Thomas Schneider mit 621 Kegeln seinen Mannschaftpunkt, aber Torsten Reiser (640), Mathias Weber (639) sowie Fabian Seitz (635) überließen ihren Gegnern die Punkte.

Dabei hatte es Weber mit dem Tagesbesten Congor Baranj (669) zu tun und gab seine 30 Minuskegel lediglich im Vollespiel ab. Auch Reiser überzeugte gegen Robert Ernjesi (646) nur im Abräumen, fand nie sicher seine Gasse. Seitz startete gegen Igor Kovacic (664) stark, musste dem Serben aber den Sieg überlassen.

Das Duo Axel Schondelmaier/Mathias Dirnberger (597) verlor gegen Goran Ostojic (618) in den einzelnen Sätzen knapp. Der Hingucker des Tages war der Kampf zwischen Timo Hoffmann (658) und dem derzeit wohl weltbesten Kegler Vilmos Zavarko (663). Zavarko zeigte nur im ersten Satz seine Weltklasse. Hoffmann kämpfte den Serben mit 3:1 Satzpunkten nieder. Das tolle Publikum stand trotz der Niederlage wie eine Wand hinter den Deutschen und skandierte: "Im Finale gewinnen wir!".

Teamchef Scholler sagte nach der Niederlage: "Unsere Leistung vom Sonntag hätte zum Sieg gereicht. Wir haben die Chancen, die uns Serbien gegeben hatte, nicht genutzt und sind so ständig einem Rückstand hinterhergelaufen." Vorausschauend fügte er an: "Wichtig war, gegen Slowenien zu gewinnen. Diese Niederlage ist nicht so tragisch. Gegen Bosnien sind wir klarer Favorit und müssen dieser Rolle auch gerecht werden. Dann sind wir im Viertelfinale, und dann sehen wir weiter."