Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), ist begeistert - von der Stadt Magdeburg, von der WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Herausforderer Francesco Pianeta und Titelverteidiger Ruslan Chagaev, die am 11. Juli in der Getec-Arena die Massen elektrisieren soll, und von "Macher" Ulf Steinforth sowieso. Mit dem 49-jährigen BDB-Chef sprach Janette Beck.

Volksstimme: Wie groß ist die Vorfreude auf die "Nacht der Schwergewichte"?
Thomas Pütz:
Riesig, ich habe extra meinen Urlaub verlegt. Für uns als Verband ist eine solche Weltmeisterschaft zweier Boxer mit deutscher Lizenz eine super Sache. Überhaupt, ein reiner Kampfabend in der Königsklasse - so etwas hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Der alte Max Schmeling wäre sicher glänzend gelaunt.

Ulf Steinforth sei Dank?
Ja, ein solches Event, mit einem WM-Kampf als Höhepunkt, das könntest du gut und gerne auch in Moskau oder New York durchziehen. Dass Ulf das mit seinem hervorragenden Netzwerk in Magdeburg möglich macht, darauf bin ich ganz besonders stolz. Diese Stadt und das Box-Publikum sind toll, sie alle haben diesen Kampf verdient.

Was macht aus Ihrer Sicht die Faszination des Schwergewichts aus?
Mag sein, dass Kämpfe in leichteren Klassen die technisch oder boxerisch besseren sind. Aber das Schwergewicht ist und bleibt die Formel 1 des Boxens, und es hat Tradition in Deutschland. Die Leute wollen spektakuläre K.o. sehen, und die winken im Schwergewicht schneller als anderswo.

Chagaev oder Pianeta, wer ist Ihr Favorit?
Es boxen zwei Rechtsausleger auf Augenhöhe gegeneinander, und beide haben in ihrer Karriere bereits Höhen und Tiefen erlebt. Das super spannende ist, dass eben nicht schon wie bei den Klitschko-Kämpfen vorher feststeht, wer gewinnt. Ich sehe keinen klaren Favoriten, aber wenn Pianeta den Kampf seines Lebens macht, dann kann er Geschichte schreiben und der erste deutsche Weltmeister nach Schmeling werden. Das wäre natürlich die Krönung des Ganzen.