Berlin (dpa). Vergleiche liebt der Jubilar eigentlich nicht, doch dann stellt Jürgen "Kuppe" Nöldner selbst einen auf. "Netzer oder Overath mit ihrer Spielweise hätten es heute auch schwer", sagt der einstige DDR-Nationalspieler, fünfmalige Meister und Olympia-Dritte von 1964.

Wie einst die großen Regisseure der DFB-Auswahl war auch Nöldner einer jener prägenden Spielgestalter, die längst nicht mehr so gefragt sind. "Der Fußball von heute ist mit dem damaligen nicht mehr zu vergleichen, besonders von der Athletik, der Dynamik und auch der Taktik", sagte Nöldner, der heute seinen 70. Geburtstag feiert.

"Kuppe" Nöldner war einst als 18-Jähriger von Null auf Hundert geschossen. September 1959, Berlin, Europacup-Gegner die damals international mitdominierenden Wolverhampton Wan- derers: "Ich habe beim 2:1-Sieg gleich ein Tor geschossen", erinnert sich der damalige Junior vom ASK Vorwärts Berlin. Erst vier Tage zuvor hatte er in der DDR-Oberliga gegen Dresden debütiert - und auch gleich getroffen. Am Ende der Karriere standen 285 Partien und 88 Tore in der höchsten Spielklasse, 30 Länderspiele und 16 Tore für die DDR in "Kuppes" Bilanz.

Und sein bestes Spiel? "Ich habe nur gute Spiele gemacht", kontert Nöldner. Sicher war die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio 1964 "ein Höhepunkt". Ein Rekord für die Ewigkeit ist auch dabei: Beim 1:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich im Oktober 1965 erzielte Nöldner vor 95 000 Zuschauern in Leipzig das "Goldene Tor" schon in der ersten Minute. Das Tor gilt als schnellstes in der DDR-Länderspiel-Geschichte.