Der SC Magdeburg hat auf dem Weg zu alter Klasse einen weiteren kleinen Meilenstein gesetzt. Beim klaren 37:29 (16:14)-Sieg gegen den VfL Gummersbach konnte die Carstens-Truppe nicht nur "gefühlte vier Punkte" (Eijlers) gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den siebten Tabellenplatz einsacken, sondern auch zeigen, dass man sich nach Niederschlägen an sich selbst wieder aufrichten kann.

Magdeburg. Robert Weber strahlte nach dem Abpfiff mit der Hallenbeleuchtung um die Wette. "Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg für uns, so konnten wir uns Gummersbach ein Stück vom Leibe halten und auch noch etwas fürs Torverhältnis tun. Vor allem in der zweiten Halbzeit lief es wie geschmiert, da konnten wir nach dem Zwischenspurt zum 21:16 ja schalten und walten, wie wir wollten", erklärte der Rechtsaußen des SCM.

Dennoch, die Anstrengung des Abends stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, schließlich hatte der Linkshänder als einziger im Kader nahezu volle 60 Minuten durchgespielt. Dass er dabei weitere sieben Toren (davon drei sicher verwandelte Siebenmeter) auf seinem Konto verbuchen und somit die Spitzenposition in der Torjägerliste der Liga weiter ausbauen konnte, tat der 26-Jährige als "okay" ab. Vielmehr freute er sich über den positiven Gesamteindruck, den der SCM mit der souveränen Vorstellung hinterlassen hat: "Ich glaube, jeder in der Halle hat gespürt, dass wir diesen Sieg unbedingt wollten."

Aus allen Mannschaftsteilen sei dann ja auch die Unterstützung gekommen, die nötig gewesen war, um das Ding zu ziehen. "Gerrie hat von Beginn an stark gehalten, die Abwehr stand vor allem hinten raus 1a und der Angriff schoss und traf aus allen Rohren. Dass sich fast alle in die Torschützenliste eintragen konnten, hat man ja auch nicht alle Tage", lobte Weber den zwölften Saisonsieg als "tolles Gemeinschaftswerk".

Ins gleiche Horn stieß auch Trainer Frank Carstens: "Das war eine absolut geschlossene Teamleistung. Alle waren sehr fokusiert auf das Ziel, den 7. Tabellenplatz verteidigen. Schon beim Videostudium hatte ich bemerkt, dass die Spieler mehr als online sind und versuchen, alle Informationen zu verarbeiten."

Einer, dem das hervorragend gelungen war, ist Gerrie Eijlers. Nach zwei weniger überzeugenden Leistungen fand der SCM-Keeper wieder zu alter Stärke zurück und entschied mit 21 Paraden das Torhüterduell (Stojanovic und Somic kamen zusammen gerade mal auf ein knappes Dutzend) klar zu seinen Gunsten: "Das waren heute gefühlte vier Punkte, und ich bin froh, dass wir uns von den beiden Niederlagen gegen Hamburg und die Löwen haben nicht unterkriegen lassen", freute sich Eijlers, der dann noch ein Extralob für den kaum zu bändigenden, neunfachen Torschützen Jure Natek und die sechsmal erfolgreiche "Kampfmaschine" Fabian van Olphen übrig hatte: "Was die beiden da heute im Rückraum gezeigt haben, war ganz stark."