Magdeburg. Das war dann doch ziemlich knapp. Um Haaresbreite sind die deutschen Slalom-Kanuten dem Wintereinbruch im Südosten Europas entgangen. Als die Griechen Anfang vergangener Woche vom ungewöhnlichen Frosteinbruch und zentimeterhohem Neuschnee überrascht wurden, war die 18-köpfige Auswahl des deutschen Kanu-Verbandes (DKV) gerade zurück im vergleichsweise warmen Mitteleuropa.

"Als ich die Bilder vom Wintereinbruch in Athen im TV gesehen habe, wollte ich kaum glauben, was da vor sich ging", berichtete Canadier-Spezialist Nico Bettge vom Magdeburger Kanu-Club Falke. Der Gewinner des Gesamt-Weltcups von 2006 war wie das in Augsburg trainierende Magdeburger Zwillingspaar Kai und Kevin Müller (Canadier-Zweier) mit einem zehntägigen Trainingslager in Athen in die vorolympische Saison 2011 gestartet. Für die nächsten Tage hat DKV-Cheftrainer Michael Trommer seinen Schützlingen nach intensiven Wildwasser-Einheiten Zeit zur Regeneration gegeben, ehe am 20. März Teil zwei des Vorbereitungslehrganges auf der Olympiastrecke von 2004 beginnt.

"Nach den frostigen Temperaturen in Deutschland und der allgemeinen Vorbereitung während der Wintermonate wirkte das Training auf dem Wildwasser zusätzlich motivierend. Außerdem ist die Athener Strecke eine der besten Anlagen der Welt", lobte Bettge die "optimalen Bedingungen" vor den Toren der griechischen Hauptstadt.

Das Leistungsniveau seines Teams beim Einstieg in die Saison beurteilt der Cheftrainer positiv: "Unsere Aktiven verfügen über ein deutlich höheres Ausgangsniveau im konditionellen Bereich als vor einem Jahr. Das zeigen die ersten Tests. Außerdem ist es uns gelungen, für viele Sportler durch die Förderung bei Bundeswehr und Bundespolizei bessere Trainingsbedingungen zu schaffen. Somit sollte es möglich sein, bei den Weltmeisterschaften die Normen fr die Olympiastartplätze zu erreichen."

Doch vor dem Saisonhöhepunkt Anfang September in Bratislava (Slowakei) steht für Deutschlands Slalom-Kanuten die nationale Qualifikation vom 29. April bis 1. Mai in Markkleeberg. Und die ist, so weiß Nico Bettge aus eigener Erfahrung, "knüppelhart, denn man stellt damit die Weichen für die gesamte Saison".

 

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