Von Daniel Hübner

Magdeburg. Viermal hat Holger Dammbrück in den ersten drei Minuten dieser ersten Playoff-Partie die Faust in den Himmel der Elbeschwimmhalle gereckt, viermal deutete der Kapitän der Waserball-Union Magdeburg (WUM) damit an, sein Team auf dem richtigen Weg zu wähnen. Dammbrück selbst hatte zwei Tore markiert zur 3:1-Führung, zwischenzeitlich hieß es sogar 6:1, ehe das Herz nicht mehr euphorisch schlug, sondern vor lauter Angst - auf der Tribüne und im Wasser zugleich.

Das zweite Viertel beim letztlich deutlichen 16:10-Erfolg der WUM im Kampf um den Einzug in die Bundesliga-Gruppe A war der Rückfall in Zeiten, die man vom B-Gruppen-Spitzenreiter nie sehen wollte. Und der Beweis, dass auch Bayer Uerdingen Wasserball nicht verlernt hat. Oder wie Magdeburgs Trainer Vlad Hagiu gestern Abend kurz resümierte: "Das war pure Angst."

Man muss spätestens seit diesem Match Simone Bott dafür danken, dass sie ihre Söhne Daniel und Christopher nicht in die Fußstapfen von Vater Oswaldo geschickt hat, sondern sie statt zum Fußball zum Schwimmen bewegte, woraus bekanntlich die Wasserballer geboren werden. Dieses 10:9 im dritten Viertel, eine Co-Produktion zwischen dem älteren Daniel (32), dem Schützen, und dem jüngeren Christopher (25), dem Passgeber, war so ungemein wichtig für den weiteren Spielverlauf. WUM hatte die Partie wieder gedreht, WUM war wieder aggressiv in der Deckung, WUM nutzte wieder das Überzahlspiel.

Uerdingen bekam nur noch selten eine Hand an den Ball vor dem Magdeburger Tor, in dem Keeper Marc Böer mit acht Paraden überzeugte. Zudem hatten die Gäste Dominique Fabich und Tim Wollthan jeweils wegen drei Herausstellungen bereits verloren - und damit zwei tragende Kräfte. WUM zelebrierte also die alten Stärken, Dammbrück zeigte nach seinem Treffer zum 15:9 endlich auch beide Fäuste, ein Zeichen der Siegesgewissheit.

Magdeburg gewann nach dem ersten Viertel (4:1) auch das dritte (6:1) sowie das vierte Viertel (4:1). Nur im zweiten Abschnitt lief alles schief, was nur schieflaufen konnte - 2:7. Auch ein Zeichen: "Uerdingen hat gezeigt, dass es eine gute Mannschaft ist", so Hagiu. Und Uerdingen, der Tabellenletzte der Hauptgruppe A, hat zumindest in einer Phase bewiesen: Diese obere Gruppe, in die WUM ja will, ist qualitativ eine ganz andere Welt.

WUM: Kiffer/Böer - Schlanstedt (1), Butikaschwili (3), Papadileris, Stelzner (1), C. Bott (2), D.. Bott, Dammbrück (3), Loncaric (1), Kilibarda (4), Hagendorf, Richter