Von Daniel Hübner

Magdeburg. Mit ihm hatte niemand gerechnet: 41 Jahre alt ist Dirk Zeien inzwischen. Und das freundschaftliche Abklatschen mit WUM-Geschäftsführer Hannes Koch war ein Beleg dafür, dass sich Magdeburg und der Hüne mehrfach in ihrer Karriere begegnet sind. Zeien war, wie Pressesprecher Frank Beiersdorf erklärte, ein außergewöhnlicher Wasserballer in den 1990er Jahren, als er zum Inventar des Nationalteams gehörte. Und wenn man die Presselandschaft der jüngeren Vergangenheit durchwandert, findet man Zeien immer in der Rolle des Hoffnungsträgers wieder. Bayer Uerdingen hatte sein Urgestein also noch einmal reaktiviert.

Die Hoffnung erfüllte sich am Mittwoch in der Elbeschwimmhalle nun nicht, WUM sicherte sich den ersten von erforderlichen drei Siegen aus maximal fünf Partien im Kampf um den Einzug in die Bundesliga-Hauptgruppe A - 16:10. Dass diese Spiele als Pre-Playoffs bezeichnet werden, ist eigentlich falsch. Setzt sich WUM durch, morgen (18.30 Uhr) und am Sonntag (15 Uhr) sind die Schützlinge von Trainer Vlad Hagiu zu Gast in Uerdingen, dann ist das Team bereits aufgestiegen und spielt in der kommenden Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Was nach erfolgreichem Abschneiden folgen würde, wäre das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft, und da wartet der A-Gruppen-Sieger Spandau. Das steht fest.

Aber da ist Magdeburg noch nicht angekommen. Hagiu will heute mit seinen Akteuren im Videostudium das entsprechende Resümee aus der Partie vom Mittwoch ziehen: "Wir müssen nicht analysieren, was wir richtig, sondern was wir falsch gemacht haben", blickte er zurück auf das zweite Viertel, das mit einem 2:7 geendet hatte. "Alles, was wir besprochen hatten, haben wir uns da kaputtgemacht", erklärte Hagiu, der trotz des Sieges keine zufriedene Miene aufsetzen wollte.

Das zweite Viertel hatte vor allem gezeigt, dass auch WUM nur als Team funktioniert. Aus Angst, alles zu verlieren, was man sich bis zur 6:1-Führung erarbeitet hatte, begann jeder für sich zu spielen und hektisch den Erfolg zu suchen. Aber gerade bei Bayer wird es gelten, gemeinsam die Ruhe zu bewahren.