Oschersleben. Ihren erster Eindruck nach ihrem Debüt auf vier Rädern fasste Doreen Seidel so zusammen: "Geil". Die 25-Jährige hatte sich mal wieder belohnt für eine ziemlich spontane Lust, die sie irgendwann auf den Motorsport bekommen hatte. Wie sie für ihre spontane Idee vor drei Jahren, ihren Körper in natürlicher Schönheit und Ästhetik vom "Playboy" ablichten zu lassen, mit dem Titel "Playmate des Jahres 2008" belohnt worden war.

Doreen Seidel hat am vergangenen Sonntag bei ihrer Motorsport-Premiere im ersten Rennen um den ADAC Gruze-Cup in Oschersleben den zehnten Platz im Chevrolet des gastgebenden Arena-Teams belegt. In dem fast vierstündigen Rennen wechselte sie den Platz im Cockpit des 141 PS starken Boliden mit einem gewissen Manuel Machata, Viererbob-Weltmeister der abgelaufenen Wintersaison, unter anderem mit Anschieber Andreas Bredau aus Burg.

Machata pflegt schon lange seine Lust auf Geschwindigkeit auf der Straße - bislang allerdings auf dem Motorrad. Sein Start ging der gute Rat seines Managers voraus. Axel Watter, zu dem auch Seidel über den Motorsport-Quereinsteiger Sven Hannawald gekommen ist, erklärte, bevor sich der 26-Jährige auf zwei Rädern den Hals breche, könne er sich im Auto versuchen. "Machete" gab also auch sein Debüt. Und Machata zog ein positives Resümee: "Geiles Rennen. Dass wir dann noch unter die Top Ten gekommen sind, ist für den Anfang wirklich gut."

Nur wird es Machata vorerst wohl nicht zum regelmäßigen Start in diesem Zirkus bringen, schon beim zweiten Lauf am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring teilt sich Doreen Seidel den Platz hinter dem Lenkrad mit Ersatzfahrer Nils Todtenhaupt, weil Machata erste Tests in seinem eigentlichen Sport absolvieren muss.

Die hübsche Blondine konnte in Oschersleben gar nicht genug kriegen: "Ich wollte gar nicht mehr raus. Nachdem ich mich an alles gewöhnt hatte, wurde ich immer schneller." Schon am 1. Mai ist der Cruze-Cup wieder in Oschersleben zu Gast, dann kann das Model weiter an seiner Rundenzeit arbeiten, die es seit dem ersten Test am Montag zuvor bereits um fast 20 Sekunden gesteigert hatte.

Für die Motorsport Arena war es überhaupt ein überaus erfolgreiches Wochenende, denn Teamchef Patrick Bernhardt hatte gleich drei Boliden an den Start geschickt. "Rang eins, vier und zehn ist wirklich mehr, als wir erwarten konnten", bilanzierte Bernhardt.

Oschersleben geht also wieder in die Saison mit den bekannten und bewährten Höhepunkten - und mit weiterer Prominenz nicht nur neben der Rennstrecke. Am Osterwochenende (23. bis 25. April) werden beim ADAC Masters Weekend der ehemalige Skispringer Hannawald und der ehemalige Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen um den Sieg fahren. Es folgen als Highlights die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (6. bis 8. Mai), die FIA WTCC (29. bis 31. Juli) sowie der neunte Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (16. bis 18. September).

In letzterem Wettbewerb, ein Sprungbrett für Formel-1-ambitionierte Piloten wie es der amtierende Meister Paul Di Resta (startet aktuell für Force India) beweist, wird es wieder weiblich: Rahel Frey, 25 Jahre, Schweizerin, gibt ihr Debüt. Sie ersetzt die Britin Katherine Legge im Audi. Start der Serie ist am 1. Mai in Hockenheim.