Magdeburg. Kanuten haben eigentlich nie so richtig Pause, auch wenn es mit hereinbrechendem Winter keine Wettkämpfe mehr gibt und das Training in die Sporthallen und Krafträume verlagert wird. Nur wenige, namentlich die Auswahlkader, haben in der hierzulande kalten Jahreszeit die Chance, zu Trainingslehrgängen des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) in wärmeren Gefilden, wie Florida, Spanien und Südfrankreich, eingeladen zu werden.

Doch für alle gilt eines: Auf die Minute fit sein, wenn der DKV traditionell im April seine zwei Leistungstests veranstaltet. Die erste "Nabelschau" der deutschen Kanu-Elite sind die dreitägigen Qualifikationsrennen von heute bis Sonntag auf der Wedau in Duisburg. Drei Wochen danach, vom 28. April bis 1. Mai, findet an gleicher Stelle die zweite Qualifikation statt, gleichzeitig deutsche Meisterschaften in den Einer-Disziplinen über 200 m, 500 m und 2000 m bei den Männern, die längste Distanz der Frauen beträgt 1000 m. Erst danach stellt der DKV-Trainerrat die Auswahlteams für die vorolympische Saison zusammen.

Der SCM schickt am Wochenende 17 Athletinnen und Athleten von 15 Jahren bis zur Leistungsklasse ins Rennen. Doch die Voraussetzungen für die Paddler von der Zollelbe sind diesmal äußerst knifflig. Der Grund: Im vergangenen Jahr wurde das alte Bootshaus dem Erdboden gleichgemacht. Noch im Spätsommer begann der Neu-Aufbau, der sich jedoch wegen des lang anhaltenden Winters um rund zwölf Wochen verzögert.

Das wiederum hat zur Folge, dass sich die SCM-Kanugilde unter kompliziertesten Bedingungen auf den Saisonstart vorbereiten muss: Spitzen- und Anschlusskader teilen sich den Versammlungsraum sowie die Sanitär-Einrichtungen im Trainer-Container. Für die rund 30 Nachwuchssportler wurden zwei gesondeter Container auf dem Kleinsportplatz aufgestellt.

Doch Björn Bach, seit Oktober Leiter des Magdeburger Kanu-Bundes-Stützpunktes, übersieht keineswegs die "mächtige Spannung unter den Sportlern", hält jedoch dagegen: "Haltet durch. Bald ist unser neues Bootshaus fertig." Bis dahin müssen die Sportler wie Olympiasieger Andreas Ihle, Vizeweltmeister Chris Wend, Sören Schust, Nicole Beck und Michael Müller noch einiges an Entbehrungen auf sich nehmen - und diese bestenfalls in Top-Resultate ummünzen.