Magdeburg. Der 1. FC Magdeburg hat ab morgen eine neue Führungsspitze. Der Wechsel vom einst fünfköpfigen Präsidium unter Volker Rehboldt auf das Triumvirat mit Peter Fechner als Galionsfigur soll relativ geräuschlos vonstatten gehen. Kein Pressetermin, keine symbolische Übergabe des blau-weißen Staffelstabes, wenn das kürzlich vorgestellte neue Präsidium - Fechner mit seinen Vizepräsidenten Hagen Hoffmann (37) und Guido Nienhaus (41/zugleich Schatzmeister) - wie lange angekündigt offiziell seine Amtsgeschäfte übernimmt.

Doch hinter den Kulissen zieht der neue Chef bereits die Fäden, denn er räumt ein: "Uns erschlagen förmlich die Aufgaben." Formalitäten wie die Ummeldung im Vereinsregister seien zu erledigen, die Suche nach einem sportlichen Leiter voranzutreiben und die Vorbereitungen auf das Sachsen-Anhalt-Derby am Sonntag (13.30 Uhr, MDCC-Arena) gegen den HFC.

Als "wichtigstes Problem" erachtet es Fechner, in kürzester Zeit einen hauptamtlichen sportlichen Leiter für den Verein zu finden: "Wir arbeiten eine Liste mit 30 Namen ab, wollen demnächst unter zehn kommen und werden die Zahl der Kandidaten dann weiter verdichten, um im Präsidium die letzten fünf zu diskutieren und sie dem Aufsichtsrat vorzuschlagen."

Mit dem Termin Ende April habe sich das Präsidium ein "ehrgeiziges Ziel" gesetzt, er könne aber "gleichwohl nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob bis dahin alles in trockenen Tüchern ist. Schließlich kann es unter Umständen wegen der Verfügbarkeit unseres Wunschkandidaten oder finanziellen Fragen ein wenig später werden." Sollte es am Geld scheitern, werde das Präsidium weitersuchen.

Der neue Präsident verspricht, parallel dazu dieser Tage in Vertragsgespräche einzusteigen: "Sowie wir im Amt sind, werden wir mit den Spielern sprechen, um deren Unsicherheiten auszuräumen."

Volker Rehboldt, der gestern seinen 43. Geburtstag feierte, verlässt die FCM-Kommandobrücke mit einem Rekord. Mit sechseinhalb Jahren übertrifft der ehemalige AOK-Personalchef die bisherig längste "Chef-Dienstzeit" von Herbert König (1983 bis 1988) um ein Jahr!

Das Rehboldt-Präsidium hatte im November 2010 aufgrund des sportlichen Misserfolges des Regionalligateams seinen Rücktritt bekanntgegeben und seitdem nur noch kommissarisch gearbeitet. Rehboldt erklärte gestern: "Es war kein Rücktritt im Zorn, sondern das Ergebnis einer gewachsenen Überlegung. Ich wünsche dem neuen Präsidium, dass es ein glückliches Händchen hat und das erreicht, was die Fans vom FCM erwarten."

Schlüssel und Arbeitskarte habe er bereits abgegeben. Künftig werde er "als zahlender Zuschauer" ins Stadion kommen.

Rehboldts Nachfolger Fechner ist in der fast 46-jährigen Vereinsgeschichte des FCM dessen 16. Präsident bzw. Vorsitzender.

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