Von Daniel Hübner

Magdeburg. Am Sonnabend wird womöglich Abschied genommen von dieser Saison, in der die Wasserball-Union Magdeburg (WUM) so lange begeistert hatte - und letztlich enttäuschte Gesichter zurückließ. Am Sonnabend muss nur noch ein Sieg her gegen die SGW Leimen/Mannheim in diesem zweiten Playdown-Spiel um den Klassenerhalt in der Bundesliga-Gruppe B. Nach der Partie um 18 Uhr in der Elbeschwimmhalle gibt es für die treuen Fans Freibier aus dem Fass und Erbsensuppe mit Bockwurst satt. An eine Niederlage glaubt jedenfalls niemand, die erste Partie hatte WUM mit 21:6 beim Gegner für sich entschieden.

Das Präsidium hat am Montag dieser Woche ebenso den enttäuschten Blick auf das Abschneiden gerichtet und bei jener Sitzung dann nüchtern den verpassten Aufstieg gegen Bayer Uerdingen (2:3 in den Playoffs) resümiert: "Wenn wir die entsprechende Qualität auswärts nicht zeigen, dann ist das Ergebnis gerechtfertigt. Wir waren noch nicht reif genug für die Gruppe A", sagt Teammanager Hannes Koch. Drei der fünf Partien hatte WUM in Uerdingen verloren, war vor allem in der zweiten Begegnung der Serie beim 8:9 so nah am Sieg. Vlad Hagiu, der international erfahrene Trainer, trauert dieser verpassten Chance heute noch nach.

Bei WUM wird längst nach vorne geschaut - die Marschrichtung am Montag wurde entsprechend vorgegeben. "Die wird neu ausgelegt", berichtet Koch. "Wir werden nicht mehr mit der Brechstange die Playoffs um den Aufstieg erreichen wollen." Zwei Jahre ist WUM dem Ziel Gruppe A ganz nahe gekommen, zweimal, in der Vorsaison gegen Würzburg, ist sie auf der Zielgeraden gescheitert. Jetzt wird die Brechstange also begraben.

Koch konnte versichern, dass sich das personelle Karussell entsprechend drehen wird. Ein Abgang "steht definitiv noch nicht fest", so der Geschäftsführer. Mateja Loncaric ist am Sonntag in die serbische Heimat zurückgekehrt, Lazar Kilibarda "hat sicher noch andere Angebote", weiß Koch. Im Grunde dreht sich das Karussell nur mit diesen Spielern, die Magdeburger Akteure hatten bereits vor den Playoffs ihre Verträge erneuern lassen und unterschrieben. "Wir werden nun sicherlich nicht neu aufsatteln und groß investieren."

Dagegen soll mehr Identifikation geschaffen werden, vier Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hat WUM im Blick, die in der kommenden Saison die Mannschaft ergänzen sollen. Trainer Vlad Hagiu, "er wird definitiv bleiben, er hat einen Vertrag bis 2012", soll nun aktiv werden, die Akteure trainieren und einen Kader aufstellen, "mit dem wir das Saisonziel erreichen können". Das bedeutet nach Lage der Dinge den Klassenerhalt in der Gruppe B. "Bis Ende Mai soll die Mannschaft stehen", blickt Koch voraus. Die aktuelle hat am Sonnabend wohl ihren letzten Auftritt, ehe sie sich für die nächsten sieben Monate aus dem Pflichtspiel-Geschehen zurückzieht.