Verteidiger Jens Baxmann (26) gehört zu den unauffälligen, zuverlässigen Spielern des EHC Eisbären. In dieser Saison fehlte er bei keinem der bisherigen 61 DEL-Spiele. Seit zehn Jahren kreiselt der Schierker bei den Berlinern. Vor dem ersten Meisterschaftsfinale heute sprach Manfred Hönel mit dem Eishockey-Profi.

Volksstimme: Wie bereiten Sie sich auf das erste Meisterschaftsspiel vor?

Jens Baxmann: Wir ziehen mit dem Training weiter durch. Außerdem telefoniere ich mit meinen Eltern und Freunden in Schierke. Das Finale ist eine gute Gelegenheit für meine alten Kumpel aus dem Harz, ein Spiel von uns ohne lange Reise zu besuchen. Die Entfernung nach Wolfsburg hält sich in Grenzen.

Volksstimme: Sie haben in einer guten Woche fünf schwere Spiele absolviert. Reicht da die Kraft noch für die Finals?

Baxmann: Ich denke schon. Wir sind gut drauf. Playoffs machen unheimlich Spaß. Da holst du aus dir noch manche Körner heraus, die du in dir gar nicht vermutest. Vielleicht ist es für uns sogar ein Vorteil gegenüber Wolfsburg, dass wir im Rhythmus sind.

Volksstimme: Sie haben in dieser Saison in Düsseldorf nie gewonnen. Wie haben Sie den Sieg am Dienstag gesichert?

Baxmann: Die Düsseldorfer beginnen immer wie die Feuerwehr. Aber wir liefen zu einer Traumform auf. Wenn wir so gegen Wolfsburg spielen, sind wir unserem fünften Titel ziemlich nahe.

Volksstimme: Sie spielen solide. Gelten bei den Eisbären als die zuverlässige Kraft im eigenen Drittel. In den Medien spielen Sie eher eine untergeordnete Rolle. Ärgert Sie das?

Baxmann: Überhaupt nicht. Wenn ich Fan wäre, würde ich mich auch auf die Jungs wie Rankel, Felski oder Ustorf stürzen. Sie schießen die Tore und sind damit attraktiver als wir, die hinten ihren Job machen.

Volksstimme: Wie sieht es mit der Nationalmannschaft aus?

Baxmann: So komisch es klingen mag, je weiter wir in der Meisterschaft kommen, desto geringer werden meine Chancen für die WM. Bundestrainer Krupp spielt lieber mit einer lang vorbereiteten Truppe als mit einer kurzfristig einberufenen Mannschaft.

Volksstimme: Sie sind seit zehn Jahren bei den Eisbären, was hält Sie beim EHC?

Baxmann: Ich habe noch bis 2012 einen Vertrag. Ich fühle mich hier wohl. In die O2-World kommen die Eishockey-Fans aus ganz Deutschland. Selbst der Ur-Bayer Hans Zach sagte, Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern dank des EHC auch die Eishockey-Hauptstadt. Außerdem bin ich von Berlin schnell einmal zu Hause in Schierke. Bei unserer eng bemessenen Zeit ist das für mich wichtig.