Es wird eng für den FCM in der Fußball-Regionalliga. Fast 10 000 Fans in der MDCC-Arena beim 1:3 gegen den HFC waren Augenzeugen, wie die keineswegs Bäume ausreißenden Gäste förmlich zum Toreschießen eingeladen wurden. Und am Sonntag muss der FCM bei Spitzenreiter Chemnitzer FC antreten, dessen 6:1-Sieg im Hinspiel die höchste Heimniederlage des FCM seit seiner Gründung 1965 war.

Magdeburg. Beim FCM gibt es nach der Heimpleite im Sachsen-Anhalt-Derby einiges zu hinterfragen. Zwar kam es nach dem frühen 0:2-Rückstand nicht zum befürchteten Einbruch. Vielmehr gelang Köhne der Anschlusstreffer, und die Sandhowe-Elf "bäumte sich auf und bewies Moral", wie der Coach völlig zu Recht feststellte und ergänzte: "Es tat weh, dieses Spiel zu verlieren. Ein Sieg ausgerechnet gegen Halle wäre optimal gewesen. Aber es sind am Ende nur drei Punkte."

Die Weichen für das sportliche Dasein muss der FCM in den nächsten vier Partien stellen. Zwar käme schon ein Punktgewinn in Chemnitz einer mittleren Sensation gleich, doch dann führt kein Weg mehr daran vorbei. In den Spielen gegen die derzeit auf den Abstiegsplätzen liegenden TSV Havelse (30. April/H), Türkiyemspor (6. Mai/A) und die U 23 vom Eintracht Braunschweig (15. Mai/H) hat der FCM die Chance, aus eigener Kraft mit neun Punkten den Klassenerhalt zu sichern.

Das sieht auch FCM-Präsident Peter Fechner so, der "die zweite Halbzeit gegen Halle nicht verstanden" hat und "das mit dem Trainer erst einmal aufarbeiten" will.

Das Aufarbeiten hatte für die Spieler unmittelbar nach dem Abpfiff begonnen. Torhüter Matthias Tischer, an allen drei Gegentreffern schuldlos, sagte: "Nach unserem Tor spielten wir Pressing, und ich dachte, wir würden es schaffen. Der HFC war aber spielstärker und hat nach unserer Roten Karte für Tobias Friebertshäuser seine Überlegenheit ausgenutzt."

Dass "die Niederlage zu hoch ausgefallen ist", meinte Kosta Rodrigues. Der Mittelfeldmann bemängelte zudem: "Wir haben nicht die Ruhe bewahrt und zu oft lange Bälle gespielt." Und der in der 72. Minute für Rodrigues eingewechselte Moritz Ins-tenberg, der die ersten drei Tore des Spiels von der Bank aus verfolgt hatte, stellte fest: "Zwei Fehler führten zu zwei Gegentoren. Zwar haben wir zu unserem Spiel gefunden, als wir diesem Rückstand hinterhergelaufen sind, aber in der zweiten Halbzeit haben wir die Ordnung verloren."

Nur ein schwacher Trost waren die salbungsvollen Worte von HFC-Präsident Michael Schädlich: "Ich weiß, dass ich mir damit in Halle wenig Freunde mache, aber ich sage ganz ohne Häme, dass ich dem FCM wünsche, er möge die Liga halten. Wir alle brauchen diese Derbys, mit denen wir den Wettbewerb in Sachsen-Anhalt aufrechterhalten. In der Form vom Sonntag wird der FCM auch nicht absteigen. Da bin ich mir sicher."

Das DFB-Sportgericht gab übrigens gestern Abend das Strafmaß für Tobias Friebertshäuser nach dessen Feldverweis bekannt. Der Verteidiger wird für zwei Regionalligaspiele auf die Tribüne verbannt. Der FCM akzeptierte die Entscheidung.