Aue (dpa). Vor der Saison waren die Rollen zwischen Energie Cottbus und Aufsteiger FC Erzgebirge Aue klar verteilt: Die Lausitzer sind in der 2. Fußball-Bundesliga etabliert, die Sachsen kämpfen gegen den Abstieg.

Doch das Überraschungsteam aus dem Erzgebirge drehte den Spieß um und kämpft immer noch um den Erstliga-Aufstieg. Verantwortlich dafür war vor allem das Trio Marc Hensel, Martin Männel und Jan Hochscheidt, das im Sommer 2008 von Cottbus nach Aue kam.

Der Traum vom Aufstieg, mit 52 Punkten hat Aue nur drei Zähler Rückstand auf Relegationsplatz drei, könnte jedoch schon morgen ausgeträumt sein, denn dann treffen beide Teams im Erzgebirgsstadion aufeinander. Das Hinspiel endete mit einem 0:6-Debakel für Aue. In Cottbus unterschätzt niemand den sächsischen Underdog. "Ich habe riesengroßen Respekt, was Aue als Aufsteiger leistet. Das ist absolut ungewöhnlich", sagt Energie-Profi Marco Kurth, der bis 2008 in Aue spielte.

Das Trio Hensel, Männel und Hochscheidt mauserte sich im Erzgebirge zu Führungsspielern. Gegen ihr Ex-Team könnten genau sie den Unterschied ausmachen. Detlef Ullrich, Coach von Energie II, ist besonders von Hensel überrascht, der mit neun Treffern der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga ist. "Dass sich Marc so schnell als Führungsspieler etabliert, hätte ich ihm in dem Maße nicht zugetraut."

Die Gäste wollen die Karten um den Kampf des besten ostdeutschen Fußball-Teams noch einmal neu mischen. "Dass sie in der Tabelle vor uns stehen, hätten wir uns natürlich anders vorgestellt", sagt Kurth. Bei einem Sieg würde Energie bis auf einen Punkt an Aue heranrücken.

Energie-Trainer Claus-Die- ter Wollitz, der den Aufstieg aber bereits abgeschrieben hat, findet warnende Worte: "Ich habe einen Riesen-Respekt vor den Auern, denn sie waren immerhin Herbstmeister und haben immer noch die Möglichkeit, den Relegationsplatz zu erreichen", spornte der Coach seine Schützlinge an.

Seit 1996 ist Cottbus der beste ostdeutsche Verein im Profifußball. Das soll so bleiben. "Wir möchten natürlich gewinnen, um noch näher an Aue heranzukommen", lautet die Forderung von Wollitz.