Kompetenzteam ja, aber beim FCM fokussieren sich derzeit alle Anstrengungen wohl eher auf die Suche nach einem Sportlichen Leiter. Obwohl Peter Fechner immer noch nicht bereit ist, Namen zu nennen, will der Präsident diese sensible Schnittstelle des Vereins demnächst definitiv besetzen. Anfang Mai soll dem Aufsichtsrat ein Personalvorschlag unterbreitet werden.

Magdeburg. Die FCM-Regionalligakicker stemmen sich gegen den Abstieg, das neue Präsidium kämpft gegen die fortschreitende Zeit. Für beide Seiten geht es in den nächsten Tagen um alles. Jene in den kurzen Hosen müssen aus den nächsten vier Punktspielen mindestens neun Punkte holen, um die Klasse zu halten. Die in den langen Hosen werden mit einiger Sicherheit ihr ehrgeiziges Ziel, bis Ende April einen hauptamtlichen Sportlichen Leiter zu installieren, eine Woche nach hinten verschieben müssen.

Nach Volksstimme-Informationen sind allein vergangene Woche drei der Kandidaten durchs Raster gefallen, vier sollen sich nun noch in der engeren Auswahl befinden. Anfang Mai, so war gestern zu erfahren, soll dem Aufsichtsrat ein Personal-Vorschlag zur Entscheidung unterbreitet werden.

Präsident Fechner ließ sich erneut keine Namen entlocken, sondern entgegnete mit einer rhetorischen Frage: "Was brauchen wir im Moment?" Im aktuellen Kandidatenkreis sei einer, "den wir gebrauchen könnten, wenn wir zweite Liga spielen würden. Wir benötigen aber jemanden, der unsere Mannschaft aufbaut."

Ein wenig ins Hintertreffen zu treten scheint für den Außenstehenden die Einbeziehung des Kompetenzteams in den Neuaufbau. Fechner bestreitet das: "Klar, beziehe ich fachkundige Berater ein. Ich habe ständig Kontakt mit Leuten, die blau-weißes Blut haben, wie Hans-Georg Moldenhauer, Mario Kallnik, Wolfgang Seguin und Bernd Heynemann. Erst am Rande des HFC-Spiels habe ich mit Jürgen Pommerenke und Joachim Streich einige Worte gewechselt." Dabei habe sich herauskristallisiert, "wer selbstlos bereit ist, für den FCM etwas zu tun. Momentan ist wichtig, dass die Oldies dazu bereit sind. Bisher gab es ausschließlich positive Resonanz."

Fechner plant, zwei Beiräte, je einen für Sport und Wirtschaft, ins Leben zu rufen. Er selbst werde sich um sportliche, Vize Guido Nienhaus um wirtschaftliche Belange kümmern. Vize Hagen Hoffmann soll rechtliche Fragen beackern.

Unterdessen regt sich Unmut im "Unterbau". Die nachträgliche Feier zum 60. Geburtstag der ehemaligen FCM-Sturmlegende Joachim Streich am vergangenen Wochenende bot unbeabsichtigt und spontan die Plattform für profunde Debatten über die prekäre Situation des Vereins - schließlich hatte sich in Möckern fast alles versammelt, was in der FCM- Historie Rang und Namen hat.

Das noch zu Amtszeiten von FCM-Aufsichtsrats-Chef Rüdiger Koch ins Leben gerufene Kompetenzteam, bestehend aus den Ex-Kickern Joachim Streich, Manfred Zapf, Axel Tyll, Frank Siersleben und Wolfgang Seguin zeigt erste Erscheinungen von Auflösung.

Während sich Seguin ("Ich bin bereit zu helfen, habe auch schon zweimal mit Peter Fechner gesprochen, warte aber auf ein deutliches Signal des FCM") noch relativ moderat gibt, hat Manfred Zapf bereits reagiert. Der in Berlin lebende ehemalige Innenverteidiger hat bereits das Handtuch geworfen und begründet seinen Schritt so: "Ich lasse mich nicht vera .... Wir haben Herrn Koch ein Konzept vorgelegt, und eine Woche später tritt er zurück."