Wenn am Sonnabend der SCM die HSG Wetzlar zum Punktspiel in der heimischen Bördelandhalle empfängt (19.00 Uhr), dann wird einmal mehr Fabian van Olphen mit fliegenden Fahnen voran- gehen. Der Kapitän ist Magdeburgs Dauerbrenner, stand alle 28 bisherigen Spiele auf der Platte und ist einer der wenigen, die sowohl in der Abwehr als auch im Angriff fast durchrackern müssen. Kein Wunder, dass der Holländer langsam auf dem Zahnfleisch geht. Doch Abhilfe scheint in Sicht. Der SCM sucht für die neue Saison Verstärkung.

Magdeburg. Manchmal wird einem schon Angst und Bange, wenn man sieht, wie sich Fabian van Olphen ohne Rücksicht auf (eigene) Verluste auf halblinks durchtankt. "Aber ich muss das so machen, wenn ich mir Gedanken darüber machen oder nur mit halber Kraft reingehen würde, ist die Gefahr, dass ich mich verletze, glaube ich, noch viel größer", kommentiert der Holländer seinen Kamikaze-Stil im Angriff, mit dem er es bislang immerhin auf 104 Saisontore gebracht hat.

Allerdings fordert der kompromisslose Einsatz im Dienste der Mannschaft auch immer mehr seinen Tribut. Die Wehwehchen mehren sich mit jedem Spieltag. "Man merkt schon, dass die Saison dem Ende zugeht, ich muss immer öfter an die Reserven gehen oder mal im Training kürzertreten. Mal ist es der Rücken, der Probleme macht, mal ein Pferdekuss oder das Knie. Aber zum Glück habe ich das bislang immer noch rechtzeitig in den Griff bekommen und war zum Spiel wieder fit."

Zudem konnte sich der Kapitän bislang auch immer auf Bennet Wiegert verlassen, der ihn, wenn es im Spiel nötig wurde, Entlas-tung verschafft und bereits mehrfach adäquat ersetzt habe. "Ich glaube, wir haben das als Team bisher ganz ordentlich gelöst, sodass es aus meiner Sicht bisher nicht den Handlungsdruck gab, sich nach Verstärkung umzuschauen. Doch wenn wir im nächsten Jahr tatsächlich Europacup spielen sollten, die Belastung somit noch steigt und Benno nach dem Weggang von Steffen Coßbau auch noch die Linksaußen-Position mit absichern müsste. Dann, ja dann wäre ein zusätzlicher Shooter, der die einfachen Tore macht, sicher nicht schlecht", so van Olphen, der dann nachschiebt: "Aber wenn schon, denn schon. Man sollte da keine halben Sachen machen, sondern jemanden holen, der richtig gut ist."

Konkreter sind derweil die Vorgaben, die Manager Marc Schmedt von Trainer Frank Cars-tens für die Suche bekommen hat: "Fakt ist, dass wir mit Blick auf die Möglichkeit, nächste Saison international zu spielen, im linken Rückraum noch breiter aufgestellt sein sollten. Wir haben inzwischen ein Phantombild erstellt, suchen nach einem erfahrenen, nicht nur angriffs-, sondern auch abwehrstarken Spieler, der wirtschaftlich, sportlich, vor allem aber auch menschlich zu uns passt. Ich denke, in vier bis sechs Wochen haben wir ein Ergebnis", so Schmedt, der ges-tern keine Namen nennen wollte.

Aus dem Rennen sind, das steht fest, zwei gerüchteweise genannte Namen: der Serbe Momir Rnic (wechselt nach Göppingen) und der Ungar Ferenc Ilyes (geht von Lemgo zurück nach Veszprem).