Hamburg (dpa). Nach dem Prestigesieg im Bundesliga-Gipfeltreffen gegen den HSV Hamburg wartet auf Handball-Rekordmeister THW Kiel die nächste Herkules-Aufgabe. Im Viertelfinale der Champions League gastieren die "Zebras" morgen (19.30 Uhr/Eurosport) beim ungeschlagenen spanischen Tabellenführer FC Barcelona. "Gegen die spielt jeder gerne. Das ist etwas Außergewöhnliches", frohlockte Rechtsaußen Christian Sprenger nach dem 38:35-Erfolg gegen Hamburg am Mittwoch.

Trotz des Erfolgs gegen die Hanseaten hat nicht nur der Kieler Hallensprecher dem HSV zum Titelgewinn gratuliert. "Sie werden es sich nicht mehr nehmen lassen. Wir konzentrieren uns auf den DHB-Pokal und die Champions League", betonte Rückraumspieler Christian Zeitz. Zumindest eine dieser Trophäen sollte es sein, um auch in diesem Sommer mit den THW-Fans feiern zu können - am besten die zehn Kilogramm schwere und 85 Zentimeter große Trophäe der "Königsklasse".

"Wenn wir beide holen, ist das toll. Aber um nur einen Titel zu bekommen, müssen wir sehr gute Leistungen abliefern", warnt Torhüter Thierry Omeyer. Im Vorjahresfinale triumphierte der THW 36:34 gegen Barcelona, von 17 Aufeinandertreffen gewann Kiel neun, siebenmal siegten die Spanier.

Die auf dem Papier einfachere Aufgabe erwartet den HSV. Heute empfangen die Schwalb-Schützlinge Medwedi Moskau (15.45 Uhr/Eurosport). "Das ist mehr oder weniger die russische Nationalmannschaft. Das Team besteht fast nur aus Nationalspielern, ist sehr gut aufeinander abgestimmt und spielt ein konstant hohes Level", erklärt HSV-Coach Martin Schwalb. Dessen Rückraumstratege Domagoj Duvnjak ist siegesgewiss: "Wir wollen uns für das Final Four in Köln qualifizieren."

Selbiges planen die Rhein-Neckar Löwen, die Montpellier HB um Ex-Welthandballer Nikola Karabatic ausschalten müssen.

Eine Lehrstunde hingegen erlitt die SG Flensburg-Handewitt im Viertelfinal-Auftakt am Donnerstagabend. Gegen den dreifachen Champions-League-Sieger BM Ciudad Real setzte es beim 24:38 (8:19) die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte. Die Enttäuschung ist groß. "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde", sagte Trainer Ljubomir Vranjes, "aber ich hätte nie gedacht, dass das Ergebnis so deutlich ausfällt."