Istanbul (dpa). Knapp eineinhalb Jahre vor den Sommerspielen 2012 haben die deutschen Judokas bei den Europameisterschaften fast auf der ganzen Linie enttäuscht.

Allein Olympiasieger Ole Bischof und Zukunftshoffnung Luise Malzahn (Halle) bewahrten den Deutschen Judo-Bund (DJB) in Istanbul mit ihren Bronze-Medaillen vor einem totalen Debakel. Dennoch war es für die ohne mehrere Leistungsträger angetretenen Mattenkämpfer das schwächste Abschneiden seit der deutschen Einheit.

"Es gibt Gesprächsbedarf - vor allem im weiblichen Bereich", kündigte DJB-Vizepräsident Lutz Pitsch angesichts des schwachen Auftritts an.

Immerhin meldete sich Olympiasieger Bischof mit seinem dritten Platz eindrucksvoll zurück. "Ich bin überaus glücklich. Das gibt mir sehr viel Rückenwind." Auch die erst 20 Jahre alte Malzahn ließ für die Zukunft hoffen.

Nur ein kleiner Trost war das Abschneiden in den Teamkämpfen. Die Frauen verpassten gegen Top-Favorit Frankreich nur knapp den Titel, die Männer wurden auch ohne den bereits abgereisten Bischof Dritte.