Was der SCM am Oster-Samstag in der Handball-Bundesliga gezeigt hatte, war nicht das Gelbe vom (Oster-)Ei. Letztendlich zählt aber, dass durch den hart erarbeiteten 24:20 (9:9)-Erfolg über die HSG Wetzlar wichtige Punkte im Kampf um einen EC-Platz eingesackt werden konnten und man das siebte Spiel in Serie ungeschlagen blieb. Beste Akteure beim Gastgeber, der den von Trainer Frank Carstens geforderten Pflichtsieg erst im Schlussakkord sicherstellen konnten, waren Steffen Coßbau (7 Tore) sowie Keeper Dario Quenstedt (16 Paraden).

Magdeburg. SCM-Trainer Frank Carstens redete nach der Partie der Kategorie "Kampf und Krampf", bei der es lediglich den Torhütern beider Teams vorbehalten war, die Akzente zu setzen, nicht lange um den heißen Brei herum: "Ich muss mich bei den Zuschauern für ihre Geduld bedanken. Das war heute ein Spiel, das uns auf die Probe gestellt hat, das Team, mich und alle anderen Beteiligten", erklärte der 39-jährige Coach, nachdem sich seine Mannschaft gegen den Tabellenelften lange Zeit schwergetan hatte (17:17/52. Minute) und erst in der kampfbetonten Endphase den Sieg übers Knie brechen konnte.

Und so fiel es Carstens dann auch schwer - abgesehen von der herausgestellten "Energieleistung" in der zweiten Halbzeit und den lobenden Worten für Keeper Dario Quenstedt (siehe nebenstehenden Text) - Positives aus der Partie vor 4502 Zuschauern herauszufiltern, was letztendlich in der Aussage des Trainers gipfelte: "Ich gelobe Besserung."

Dass man sich an diesem Abend nicht mit Ruhm bekleckert hatte, sah auch Bennet Wiegert ein. "In der Tat war das heute nicht unser bestes Spiel. Ganz im Gegenteil. Sicher sollten wir uns nicht eine Woche lang den Kopf zerbrechen, warum wir uns so schwer getan haben. Aber genausowenig dürfen wir das Ding jetzt einfach abhaken und zur Tagesordnung übergehen. Wir müssen schon analysieren, was falsch gelaufen ist", so der Rückraumspieler, der neben den nach seiner Einwechslung regelrecht aufblühenden Coßbau einer der wenigen Lichtblicke in seinem Team war. Vor allem in der ersten Hälfte konnte Wiegert dem leblosen Spiel mit seinem Engagement in der Abwehr und im Angriff "Pep" verleihen und drei Tore erzielen.

Dass mit Coßbau und Quenstedt zwei Akteure dem Spiel den Stempel aufdrücken konnten, "die man im nächsten Jahr hier leider nicht mehr sieht", sah Wiegert mit gemischten Gefühlen: "Ich freue mich für die beiden, dass sie überzeugen konnten, obwohl sie zuletzt weniger Spielanteile hatten. Aber mir tut schon weh, dass bald wieder zwei weg sind, mit denen ich hier in Magdeburg aufgewachsen bin. Aber das zu bewerten, ist nicht meine Aufgabe ..."

Ebensowenig wie die Suche der SCM-Verantwortlichen nach Verstärkung für den linken Rückraum. "Ich habe schon viele Spieler kommen und gehen sehen, aber ich bin bestimmt der Letzte, den man fragen würde, ob das okay ist, ob und welche Verstärkung die richtige wäre", so der 31-jährige Wiegert, der seine Allrounder-Fähigkeiten in der neuen Saison möglicherweise wohl wieder auf Linksaußen unter Beweis stellen muss, denn dort entsteht durch den Coßbau-Weggang eine Lücke. Die wolle man laut Manager Marc Schmedt "intern" füllen. "Mit mir hat noch keiner gesprochen, auf welcher Position ich nächstes Jahr spielen werde. Ich hätte jedenfalls kein Problem als Linksaußen, Hauptsache ich spiele und habe Spaß daran", so Wiegert, der "keine Ahnung" hat, um wen es sich beim Zugang auf der Königsposition handelt.

Lange werden Wiegert & Co. wohl nicht mehr im Trüben fischen. Nach Aussage von Schmedt könnte "doch schon recht kurzfristig" die Neuverpflichtung in trockene Tücher gebracht werden. So soll der SCM einen erfahrenen, slowenischen Nationalspieler an der Angel haben. Dabei könnte es sich um Ales Pajovic handeln. Der 31 Jahre alte und 1,98 m große Rückraumspieler wurde von Celje Pivovarna Lasko im Frühjahr 2011 an HC Shoppingcity Seiersberg (Österreich) ausgeliehen, um diesen zum Aufstieg in die Handball-Liga-Austria zu verhelfen.

SCM: Quenstedt, Schulz - Wiegert 3, Doborac 2, Rojewski, Landsberg, van Olphen 1, Hornke, Natek 3, Grafenhorst 1, Tönnesen, Coßbau 7/2, Weber 6/2, Jurecki 1.

Wetzlar: Weber, Hacko - Rompf, Salzer 5, Valo 4, Jungwirth 3, Mraz, Müller 1, Chalkidid, Fäth, 1, Hahn, Friedrich 5/4, Sandu, Kristjansson.

Schiedsrichter: Immel/Klein (Erkelenz/Ratingen). Zuschauer: 4502. Siebenmeter: SCM 9/4, Wetzlar 4/4. Zeitstrafen: 4/7