Oschersleben. Das ADAC GT Masters ist nicht zuletzt auch ein Treffen der Generationen. Da gibt es einen Oliver Mayer aus Ingolstadt, der bereits in der Boxengasse Minuten vor dem Ende des Rennens laut jubelte und seinen Teamgefährten Jan Seyffarth auf den Schlussrunden anfeuerte. Mayer jubelte dann nicht nur bei der Siegerehrung fröhlich weiter, er hatte noch Stunden nach dem Rennen unheimlichen Gesprächsbedarf. Nach beiden Läufen über jeweils eine Stunde (ein zweiter Platz und ein Sieg) zum Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben führt der Mercedes-SLS-Pilot die Amateurwertung mit 43 Punkten an - und das mit 53 Jahren.

Dann waren da die Profis Johannes und Ferdinand Stuck, die in die Fußstapfen ihres Vaters Hans-Joachim Stuck aus Österreich getreten sind, wenngleich Stuck mit 411 Grand-Prix-Siegen in allen möglichen Klassen sehr große Abdrücke hinterlassen hat. Joahnnes, 24 Jahre, und Ferdinand, 18 Jahre, sind im zweiten Lauf am Ostermontag in ihrem Lamborghini Gallardo allen auf und davon gefahren.

Und das Masters ist auch ein Wettbewerb der Rückkehrer wie Heinz-Harald Frentzen, der ehemalige Formel-1-Pilot, Wahl-Monegasse, 43 Jahre. Mit Sven Hannawald, einstiger Weltklasse- Skispringer, 36 Jahre, teilte sich Frentzen am Wochenende erstmals eine Corvette. Sie belegten einen 19. Platz am Sonntag, und sie schieden aus am Montag. So war das nicht geplant.

Frentzen, der vor fünf Jahren in der DTM sein letztes professionelles Rennen absolviert hatte, hat sich selbst als ehemaligen "Einzeltäter" bezeichnet, und wenngleich er nun mit Hannawald ein Team bildet, hat sich an diesem Status eigentlich nichts geändert. Ein Team sind die beiden nur in den 75 Sekunden, die sie nach der Hälfte eines Rennens Zeit haben, den Platz hinter dem Steuer zu wechseln. Am Montag ist es dazu nicht gekommen, Frentzen musste in der neunten Runde die Corvette mit Getriebeschaden abstellen.

In der "Liga der Supersportwagen", wie das Masters genannt wird, haben sich beide viel vorgenommen. "Das Ziel ist in dieser Saison, gemeinsam mit Sven Hannawald zu arbeiten, um ihn dabei zu unterstützen, noch schneller zu werden", hat Frentzen gesagt. Hannawald findet indes, derzeit am Limit zu fahren, wenngleich er am Sonntag mit 244 km/h einer der Schnellsten auf der Strecke war. Eine Sekunde will Frentzen aus dem Sieger der Vierschanzen-Tournee 2002 noch herausholen. Hannawald belegt derzeit Rang zehn bei den Amateuren.

Hannawald sei "ein guter Schüler", der "auf sehr kleine Details achtet". Nur eines würde Frentzen enttäuschen: Wenn sein Schüler am Saisonende schneller wäre als der ehemalige Profirennfahrer. 14 Rennen hat Hannawald, seit 2005 dem Motorsport verfallen, dazu Zeit.