Magdeburg. Ein Blick ins Gesicht von Andreas Rojewski reicht in diesen Tagen aus, um zu wissen: Rundum glücklich sieht anders aus. Der Rückraum-Shooter des SCM ist "natürlich unzufrieden mit der Situation" und macht keinen Hehl daraus, denn er hat offensichtlich seit längerem unter Ladehemmung zu leiden. Zuletzt gegen Wetzlar und Göppingen traf er gar nicht das Tor, in Ahlen war er nach zahlreichen "Fahrkarten" zumindest zweimal erfolgreich. Allerdings war "Roje" auch da eher mit der "Brechstange" denn als Fili-grantechniker unterwegs.

Dass er derzeit "in keiner guten Verfassung" ist, "der Akku sich spürbar entleert hat", die "Frische fehlt" und somit auch die Leichtigkeit und Dynamik ein wenig auf der Strecke geblieben sind, mit denen er sich nach seinem Comeback im Dezember 2010 wieder ins Rampenlicht gespielt hatte, bezeichnet Rojewski allerdings als "ganz normal". Im Hinterkopf hat er dabei immer auch, dass er sich zum x-ten Mal nach einer schweren Knieverletzung - die letzte zugezogen vor fast genau einem Jahr - wieder ins Team zurückgekämpft hatte: "Ich weiß nur zu gut und kann inzwischen damit umgehen, dass nach einem Hoch auch immer mal wieder ein kleines Tief kommt. Und dass mir jetzt hintenraus die Substanz fehlt, ist kein Wunder, schließlich konnte ich ja auch keine normale Saisonvorbereitung mitmachen."

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sieht Rojewski deshalb auch, dass Jure Natek ihm dem Rang abgelaufen hat. Der slowenische Neuzugang bringt es bei 27 Einsätzen und 123 Toren auf einen Schnitt von 4,5 Treffern pro Partie. Rojewski, der meist von der Bank aus ins Spiel und deshalb auch auf weniger Einsatzzeiten kommt, hat in 15 Partien insgesamt 42 Tore erzielt (Schnitt 2,8). "Für die Mannschaft ist es nur gut, dass Jure so gut eingeschlagen ist und wir und uns über weite Strecken der Saison gut ergänzt haben. Aber auch ihm merkt man an, dass die Kraft langsam zu Ende geht. Um so wichtiger ist es, dass ich mich zusammenreiße und versuche, ein bestimmtes Level zu halten."

Dass ihn Trainer Frank Carstens bedauert oder ihn an die Hand nimmt und aus dem Tief herauszieht, erwartet der Nationalspieler nicht: "Der Trainer ist dafür verantwortlich, dass das Ergebnis stimmt. Da kann er nicht auf 14 Einzelschicksale Rücksicht nehmen und Kindermädchen spielen. Ich muss da durch und bin auch Manns genug, das Tief alleine zu überwinden. Wichtig ist, dass ich an meine Stärken glaube und mir vor Augen führe, dass ich schon \'ne Menge geschafft habe und bis hierher gesund durchgekommen bin."